Freitag, 19. Dezember 2008


















Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des Herrn, wem ist er geoffenbart worden?

Er wuchs auf vor ihm wie ein Schößling, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich.
Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht.
Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut;
wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.

Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen;
wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.
Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen;
die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten,
und durch seine Wunden
sind wir geheilt worden.

Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg;
aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.

Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf,
wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird,
und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.

Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer will aber sein Geschlecht beschreiben?
Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen [war er] in seinem Tod,
weil er kein Unrecht getan hatte
und kein Betrug in seinem Mund gewesen war.

Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden.
Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern;
und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen.

Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben;
durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen,
und ihre Sünden wird er tragen.

Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür,
daß er seine Seele dem Tod preisgegeben hat
und sich unter die Übeltäter zählen ließ
und die Sünde vieler getragen hat
und für die Übeltäter gebetet.

(Jesaja 53, ca. 700 Jahre vor Christus)

Freitag, 12. Dezember 2008

Eine Neue Weltordnung

Die meisten der hier verlinkten Informationen sind leider auf Englisch.

- The Money Masters (Dokumentarfilm)

- Regierungsformen (forms of government/ Auszug aus dem folgenden Film:)

- Amerikanismus









Ein Dokumentarfilm über den 11. September 2001 und seine Bedeutung für die sogenannte neue Weltordnung, die international angepeilt wird. Ins Lichtfeld gerückt werden verschiedene Ereignisse, Institutionen und Personen, unter anderem der Irakkrieg, der Counsel of Foreign Relationships und die Geimgesellschaft "Skull and Bones" der Yale-Universität. Um den Film ungestört sehen zu können, auf Pause drücken und aufladen lassen ("Buffering"). Ein gelber Streifen wird sichtbar und zeigt den aktuellen Ladezustand an. Kann je nach Internetverbindung eine gute Weile dauern. Der Film ist auf Englisch. Hier ansehen.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Die Geister die ich rief




Feuerbach...Hegel...Freud...Darwin..

Hegel: Thesis - Antithesis - Synthesis
"Deswegen existiert keine universelle Moral"
keine moralischen Absolute (moral absolutes = verbindliches Sittengesetz), keine fixe Norm von Gut und Böse, Relativität

Feuerbach: keine moralischen Absolute - keine aboslute Wahrheit - kein Gott

Marx: Dialektik sozial - atheistisch- von Grund auf unmoralisch (amoralisch)

Darwin: Dialektik a la biologíque

Freud: Gott als Projektion

Freitag, 21. November 2008

Der unwiderlegbare Gottesbeweis

Der philosophisch nicht widerlegbare Gottesbeweis.

Zu den Gästen am Stammtisch der Dorfwirtschaft setzte sich ein fremder Mann.
Er sei Atheist, erklärte er. Die Christen und vor allem ihre Pastoren,
Pfarrer und Prediger seien doch alles komische Käuze. Da reden sie von einem
Gott, der nicht beweisbar ist und merken nicht, wie extrem lächerlich sie
sich dabei machen. Dann grinste er breit und schaute uns alle der Reihe nach
herausfordernd an.

Ich fragte ihn : "Woher weisst Du, dass Gott nicht beweisbar sei ?"

"Ach, hör mal. Hast du keine Bildung ? Die Philosophen bewiesen klar und
unwiderlegbar, dass Gott nicht beweisbar ist. Ich kenne deren Argumente."

"Meinst du ? Du kannst also, deiner Ansicht nach, Gottesbeweise widerlegen ?"

"Natürlich. Ist doch klar. Ist auch keine Kunst.
Ich sagte je schon, dass ich Philosophie studiert habe."

"Nun, wenn dem so ist, dann bist du sicher bereit, dass ich dies kurz prüfe?

Ich nenne Dir jetzt einen Gottesbeweis. Nur einen einzigen.

Anschliessend widerlegst Du diesen. Wenn Du dies nicht kannst,

gibst Du dann deinen Atheismus auf?"

Der Fremde grinste. "Natürlich. Aber zuerst musst Du so einen Beweis nennen können.

Und das kannst du nicht. Aber trotz allem, lass hören.

Ich werde mich dabei sicher amüsieren."

"Also gut. Hör zu. Während ich hier sitze und mit Dir ein Bier trinke, liegt
Zuhause meine Frau krank im Bett und wartet auf mich. Sie ist sehr schwach,
kann sich kaum bewegen, kann beinahe nicht reden, nicht selber essen und
trinken und jede Berührung tut ihr weh. Die Krankenschwestern lehnt sie ab.
Diese sind ihr zu grob. Denn diese können das, was sie sagen möchte und
nicht sagen kann, nicht aus ihrem Gesichtsausdruck lesen. So pflege ich
meine Frau. Meine Frau ist sehr schön und ich liebe sie sehr. Jeden Tag
wasche ich sie im Bett von oben bis unten. Waschen. Ja. Aber nicht mehr.
Sanft waschen ist wichtig. Aber sonst tut ihr jede Berührung weh. Wenn Du
ein bisschen Phantasie hast und einigermassen normal veranlagt bist, kannst
Du Dir das sicher realistisch vorstellen."

Der Fremde hatte aufgehört zu grinsen.

"Die Ärzte, Sozialarbeiter und Psychiater, welche die Situation sahen,
sagten mir 'was Du da tust, haben wir noch nie gesehen. Warum kannst Du das
?'. Die Menschen im Dorf, die uns kennen, reagieren gleich. Siehst Du. Ohne
Gott, ohne Gebet geht das nicht. Und das wissen die Menschen hier im Dorf."

Der Fremde blickte fragend die anwesenden Gäste an. Diese nickten wortlos.
Darauf sagte er : "Zahlen". Stand auf und ging.

Vierzehn Tage später traf ich den Fremden in derselben Wirtschaft. Er sass
da, zusammengesunken vor seinem Bierglas und starrte es an. Er bemerkte
mich. "Ich weiss noch jedes Wort, das du gesagt hast. Deine Worte brennen
wie Feuer in mir. Du hast damals, ohne es zu wissen, mitten in's Schwarze
getroffen hast. Du hast recht. Was Du sagst, stimmt. Und nun muss ich dir
was erzählen. Mein Vater pflegte, wie du, seine kranke Frau. Sie war nicht
so krank wie Deine Frau, aber meine Mutter kann und konnte sich nicht mehr
selber anziehen und ist im Rollstuhl. Mein Vater sagte zu uns drei
Geschwistern : 'Versprecht mir, dass, wenn ich sterbe, ihr eure Mutter
weiter pflegt und eure Mutter nicht in eine Pflegeheim steckt'. Wir
versprachen das unserem Vater. Mehrmals. In aller Ernsthaftigkeit. Immer
wieder. - - - . Als unser Vater starb, vergingen 14 Tage. Danach war unsere
Mutter im Pflegeheim."

Nun schwieg er wieder. Und starrte sein Bierglas an.

Samstag, 15. November 2008

Krieg















„Ohne den Krieg wäre ich ein Intellektueller mit vorrangig literarischen Interessen geblieben. Ich hätte zwar über die Probleme des politischen Systems diskutiert, ein tieferes Interesse jedoch hätte ich allein für die Geschichte des einzelnen Menschen entwickelt, und die Begegnung mit einer jungen Frau oder eine plötzliche Eingebung hätten mir mehr bedeutet als jede Partei oder Doktrin. (…) Meine Neigung zu Individualismus, Indifferenz und Kritikfreudigkeit war zu ausgeprägt, um all das einem kollektiven Glauben zu opfern. Erst der Krieg hat diese Situation geklärt, indem er gewisse Hindernisse beseitigte, das Terrain von vielen bequemen Rückzugsmöglichkeiten befreite und mich auf brutale Weise mit einer unversöhnlichen Welt konfrontierte.“
(Jaime Pintor, im 2. Weltkrieg gefallener Partisan; Abschiedsbrief an seinen Bruder)

Denn wir haben nicht mit Gegnern aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächten, mit Gewalten, mit den Herrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt."
(Epheser 6,12)


Krieg

ein (mit Waffengewalt) ausgetragener Konflikt (Großkonflikt) zwischen mehreren Staaten, einzelnen Gruppen oder Individuen. (Quelle: wikipedia)

Einige grundlegende Gedanken

Angesichts eines Krieges muß man sich mit folgenden Punkten auseinandersetzen:

1. Wer ist der Feind

2. Warum ist der Feind Feind, und was sind der Grund und das Ziel des Krieges (Rechtfertigung des Krieges)

3. Welches sind die Waffen der beiden involvierten Parteien

4. Welche Anforderungen stellt der Krieg und welche Opfer impliziert er (Kosten überschlagen)

5. Wie steht es um die Beziehung zwischen Herrscher und Volk

6. Welches sind die Schwierigkeiten, Fronten und Strecken des Kampffeldes (Topographie des Krieges)

7. Worin gründet sich die Autorität des Generals/Heerführers/Herrschers? Was ist sein Wert?

8. Welche Position, welche Entscheidungsfreiheit und welche Rolle habe ich in diesem Krieg


Der Großkonflikt laut der Bibel

Die Bibel schildert das Leben eines Christen einerseits als eine Pilgerreise, andererseits auch als einen Kampf, und zwar im Kontext eines universellen Krieges. In diesem Sinne verdeutlicht sie unter anderem den individuellen, persönlichen Aspekt des Christseins auf der einen Seite, und auf der anderen die soziale Verantwortung, die über den persönlichen Bereich hinausgeht.

Der Apostel Paulus spricht vom "guten Kampf des Glaubens" und davon, "Soldat Christi" zu sein. Das bedeutet, es gibt einen Krieg. Angesichts dessen wollen wir die oben genannten Punkte nun im biblischen Licht betrachten.


Samstag, 8. November 2008

Danklied der Erlösten



















Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währt ewiglich.
So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN,
die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht
von Osten und Westen,
von Norden und Süden.
Die irregingen in der Wüste,
auf ungebahntem Wege,
und fanden keine Stadt,
in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren,
und deren Seele verschmachtete,
DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT,
UND ER ERRETTETE SIE AUS IHREN ÄNGSTEN
und führte sie den richtigen Weg,
daß sie kamen zur Stadt,
in der sie wohnen konnten:
DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE/
UND FÜR SEINE WUNDER,
DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT,
daß er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem.
Die da sitzen mußten in Finsternis und Dunkel,
gefangen in Zwang und Eisen,
weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren
und den Ratschluß des Höchsten verachtet hatten,
so daß er ihr Herz durch Unglück beugte
und sie dalagen und ihnen niemand half,
DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT,
UND ER HALF IHNEN AUS IHREN ÄNGSTEN
und führte sie aus Finsternis und Dunkel
und zerriß ihre Bande:
DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE/
UND FÜR SEINE WUNDER,
DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT,
daß er zerbricht eherne Türen
und zerschlägt eiserne Riegel.
Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung
und um ihrer Sünde willen,
daß ihnen ekelte vor aller Speise
und sie todkrank wurden,
DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT,
UND ER HALF IHNEN AUS IHREN ÄNGSTEN,
er sandte sein Wort und machte sie gesund
und errettete sie, daß sie nicht starben:
DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE...

Wer ist weise und behält dies?
Der wird merken, wieviele Wohltaten
der HERR erweist.

(Psalm 107,1-21;43)

In vino veritas?


Was sagt die Bibel über das Thema Alkohol?

Immer wieder werden wir auf dieses Thema angesprochen: Welche Stellung nimmt die Bibel zum Alkoholgenuss ein - Mäßigkeit oder Abstinenz?

Da es hier Unklarheiten unter den Christen gibt, wollen wir diese Frage einmal näher untersuchen.

Es gibt Bibelstellen, die den Weingenuss eindeutig verbieten: "Der Wein macht Spötter und starkes Getränk macht wild; wer davon taumelt, wird niemals weise" (Spr. 20:1) oder: "Hurerei, Wein und Most nehmen den Verstand weg" (Hosea 4:11). Im Buch der Sprüche 29: 20 - 35 wird der Zustand eines Betrunkenen in allen Einzelheiten geradezu als abschreckendes Beispiel geschildert.

Es gibt aber auch Texte, die den Wein scheinbar empfehlen: " dass der Wein erfreue des Menschen Herz" (Psalm 104: 15) oder wo Paulus seinem Schüler Timotheus aus gesundheitlichen Gründen empfiehlt: "Gebrauche ein wenig Wein um deines Magen willen!" (1. Tim. 5:23). Nach diesen Texten scheint die Bibel - oberflächlich betrachtet - keine klare Stellung zur Alkoholfrage einzunehmen.

Zahlreiche Christen folgern daraus, das nur der unmäßige Alkoholgenuss verboten ist, zum Beispiel in Galater 5:21: Saufen und Fressen als "Werke des alten Menschen" (vgl. auch 1. Kor. 5:11). Aber sie ziehen für sich den Schluss: "Ich trinke mäßig aber regelmäßig und mein Gläschen ist doch ungefährlich!" Die Befürworter eines gemäßigten Alkoholkonsums weisen darauf hin, dass alkoholische Getränke in der Bibel nicht generell verboten seien.

Eine Frage der Mäßigkeit?

Nach 2. Petr. 1:6 zählt zu den christlichen Tugenden auch die "Mäßigkeit". Diese Wortform in der Lutherbibel führt aber leicht irre. Das griechische Wort im Grundtext wird folgendermaßen übersetzt: Enthaltsamkeit (Elberfelder), Selbstbeherrschung (Menge), Entsagung (Allioli). Das bedeutet: Zu den christlichen Tugenden gehört die Enthaltsamkeit, der Verzicht auf schädliche Dinge; heute bezeichnen wir dies in der Alkoholfrage als "Abstinenz".

Wer ist ein "mäßiger Trinker"? Das ist schwer zu bestimmen. Jeder Alkoholiker hat einmal als "mäßiger Trinker" bzw. beim ersten Glas angefangen und zu einem ihm unbekannten Zeitpunkt die Kontrolle verloren.

Ein Vorbild in der christlichen Enthaltsamkeit war der Apostel Paulus. Wie ein griechischer Wettkämpfer beherrschte er seinen Körper und Geist (1. Kor. 5:24-27). So konnte er hohe moralische Leistungen vollbringen. Damit ist aber die Alkoholfrage noch nicht eindeutig geklärt.

Finden wir die Lösung im Grundtext?

Die Bibel benutzt mehrere Begriffe um alkoholische oder alkoholfreie Getränke zu bezeichnen:

oinos (griech.) = Wein in jeder Form; auch der Weinstock. Dieser Begriff wird im Neuen Testament verwendet (vgl. 1. Tim. 5:23). Das unterscheidet nicht, ob vergoren oder unvergoren, das Getränk in jeder Form.

Tirosch (hebr.), der aus der Weintraube gewonnener alkoholfreie Traubensaft. Man konnte ihn gären lassen, einkochen oder eindicken wie Sirup. Man gewann ihn ähnlich wie Pharaos Mundschenk durch Drücken und Pressen der Weinbeeren (1. Mose 40:8-11)

"Die Israeliten unterschieden nicht genau zwischen unvergorenem und vergorenem Wein. Sie nannten den Ersteren mit Vorliebe Tirosch, ein Ausdruck, der gewöhnlich mit Most wiedergegeben wird und den letzteren Kemer oder Jamin: "(Marius Th. Nielsen, "Die Bibel und die Alkoholfrage" S 5)

In Jesaja 25:6 gibt der Prophet eine Schilderung von der neuen Erde, dem Paradies, wo nur "reiner Wein" als ein "Wein darin keine Hefe ist", getrunken wird. In seinem Abschiedslied gedachte Moses daran, dass der Herr sein Volk führte und "tränkte es mit gutem Traubenblut" (5. Mose 32:14).

Dann gab es noch den schekhar (hebr.) = starkes Getränk, durch Gärung aus Datteln, Granatäpfeln und anderem gewonnen. Schekar ist der Sammelname für alle gegorenen Getränke, deren Säfte nicht von der Rebe stammen. Die Destillation war in biblischen Zeiten noch unbekannt. Wie wurde schekhar verwendet?

Spr. 31:6 Starkes Getränk vermengt man oft mir bitteren Kräutern und reichte es den zum Tode Verurteilten: "Gebt schekhar den Umkommenden und yayin den Betrübten!"

Spr. 20:1 " Der yayin macht lose Leute und der schekhar macht wild!"

Jes. 5:11 "Wehe denen, die sich des schekhars befleißigen, dass sie der yayin erhitze!"

Die Bibel kennt also den Alkoholgenuss mit all seinen Auswirkungen sehr gut.

Was erzählt das Alte Testamen über den Weingenuss?

Der Weinbau und damit der Missbrauch des Weines als Alkoholgetränk nahm nach der Sintflut seinen Anfang. Die Geschichte Noahs Zeit, dass die traurigen Folgen des Rausches eines sonst guten und frommen Mannes sich bis in die nachfolgenden Generationen bemerkbar gemacht haben und dass die Kinder für die Sünden der Väter büßen mussten.

Zwar duldete Gott im AT noch den Alkoholgenuss, aber sein Ziel war es, sein Volk völlig vom Alkohol freizumachen.

Die Priester als geistlich Vorbilder sollten den Alkohol meiden (3. Mose 10:8-11, Hes. 44:21) damit sie heilig und unheilig, rein und unrein unterscheiden und Israel erzieherisch belehren konnten.

Innerhalb des Volkes Israel gab es noch eine Sondergruppe, die NASIRÄER, Gottgeweihte, die sich jeglichen Weingenusses, auch der Trauben, Rosinen und des Traubensaftes enthielten (Richter 13:3-7). An der Schwelle vom AT zum NT wirkte als Gottgeweihter Johannes der Täufer als Vorläufer Christi. Ein Engel kündigte seinem Vater Zacharias seine Geburt an mit den Worten: "Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken!" (Luk. 1:15).

Aber auch sonst weist Israels Geschichte leuchtende Beispiele von Enthaltsamkeit auf: Unmittelbar vor der babylonischen Gefangenschaft zur Zeit des Königs Josia lebte die Volksgruppe der Rechabiter, die sich nach dem Wunsch ihres Ahnen des Weines enthielten (Jer. 35:1-11). Darum verhieß der Herr den Rechabitern Sagen. Man könnte sie als die älteste Enthaltsamkeitsbewegung bezeichnen.

Daniel und seine Freunde, die Gefangenen am Königshof in Babylon waren, weigerten sich, unreine Speisen zu essen und Wein zu trinken und sie wurden von Gott mit geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit belohnt! (vgl. Dan. 1:3-20).

Für Israels Könige gab es den Rat der Enthaltsamkeit (Spr. 31-4-5) - Wir müssen uns fragen, wie viele Fehlentscheidungen und ungerechte Beurteilungen im Laufe der Geschichte von Menschen in verantwortungsvollen Positionen abgegeben wurden, weil sie unter dem Einfluss von Alkohol standen!

Hielt sich das Volk Israel an die göttlichen Ratschläge?

Auf ihrer vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste wurden die Israeliten zu einfachem Lebensstil und Gehorsam gegen Gottes Gebote erzogen. Während dieser Zeit genossen sie weder Wein noch vergorenes Getränk (schekhar) und auch dies war ein Stück göttlicher Erziehung. Als Ergebnis dieser abstinenten Zeitperiode berichtet die Bibel: "...und es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen" (Psalm 105:37).

Leider ging diese frühe Abstinenz Israels bald verloren. Schon zur Richterzeit arteten die Opfermahlzeiten zu Gelagen aus, sodass der Priester Eli die betende Hanna irrtümlich ermahnte: "Wie lange willst du betrunken sein? Gib den Wein von dir, den du getrunken hast!" (1. Sam. 1:14)

Zu Jesajas Zeit schauten die jüdischen Priester und Verantwortungsträger schon vom Morgen an auf Weingenusss und vergaßen das Werk des Herrn und die Aufgaben für ihr Volk (Jes. 5:11-12). Gott sprach in diesem Zusammenhang ein Gerichtsurteil darüber aus. Immer wieder mussten Gottes Propheten ihre Stimmen gegen Trunksucht und Unmoral erheben (vgl. Hos. :11). Trotzdem dürfen wir annehmen, dass das Problem der Alkoholabhängigkeit im alten Israel längst nicht so schlimm war wie heute.

Was bedeutet das, wenn wir den in der Bibel sehr allgemein gehaltenen Begriff "Wein" lesen?

Im neuen Testament wird für Wein das griechische Wort "oinos" verwendet. Zur Zeit der Griechen und Römer war das Wort "Wein" von umfassender Bedeutung, nämlich alle Produkte, die vom Weinstock kamen, vergoren oder unvergoren. "Oinos" (lat. Vinum) bezeichnet also nicht unbedingt ein gegorenes Getränk; erst der jeweilige Textabschnitt macht deutlich, was gemeint ist.

Die antiken Völker hatten eine ganze Anzahl von Methoden, den so genannten Wein nicht alkoholisch werden zu lassen. Frisch gepressten Traubensaft schlossen sie einmal sofort luftdicht ab und lagerten ihn kühl. Wenn durch die Verbindung mit Luft Hefekeime in den Süßmost eindrangen, so kochten sie den Most und machten die Hefekeime unschädlich. Sie konnten auch Weine herstellen, die nicht berauschend waren und immer süß blieben.

Erst in neuerer Zeit wurde damit begonnen, das Wort "Wein" auf den vergorenen Traubensaft zu begrenzen. Viele Bibelübersetzer differenzieren hier nicht ausreichend.

Wie urteilt das Neue Testamen über die Verwendung von alkoholischen Getränken?

Auf den enthaltsamen Johannes den Täufer folgte Jesus Christus. Er war nicht wie ein Nasiräer an ein Gelübde gebunden und trank daher vom Weinstock. Daher wurde er von seinen Feinden als "Weintrinker" verleumdet. (Matth. 1:18+19), obwohl er alkoholische Getränke ablehnte. Das ersehen wir aus Markus 15: 23. Als er am Kreuz ging und dürstete, wurde ihm vergorener Wein angeboten, aber er verweigerte ihn.

Im übrigen waren die Juden zur Zeit Jesu bezüglich des Alkohols enorm mäßiges Volk. Weder Johannes der Täufer noch Jesus, die beide arge Sünden rügten, sprachen jemals gegen die Trunksucht. Christus heilte viele Kranke, aber wir hören nie, dass sich unter den zahlreichen Hilfesuchenden ja ein Alkoholiger in unserm Sinne befunden hätte. Alkoholismus muss damals keine ausgesprochen jüdische Unsitte gewesen sein. Doch für die letzte Zeit sagte Christus dieses Laster voraus und warnte die Menschen:

"Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen uns Saufen und mit täglichen Sorgen und dieser Tag nicht plötzlich über euch komme wie ein Fallstrick; (Lukas 21:34)

Die Situation änderte sich, als das Evangelium über das Judentum hinausging und zu den Heiden kam. Die Urgemeide lehnte Trunkenbolde ab und forderte ihre Bekehrung, was bei den griechischrömischen Trinksitten manchen Kampf gekostet haben mag (1. Kor. 6:9-11; Eph. 5:18+19; 1. Petr. 4:3).

"Wir haben bei den heidnischen Verfassern genug Zeugnisse gefunden, dass die Völker des Altertums unter dem Fluch des Alkoholismus gelitten haben, obwohl sie in dieser Beziehung von den christlichen Völkern der Gegenwart übertroffen werden". ("Die Bibel und Alkoholfrage", M. Nielsen)"

Welche Einwände erhebt man heute gegen christliche Abstinenz?

Behauptung: Jesus selbst machte auf der Hochzeit zu Kana Wein!

Entgegnung: Problematisch ist vor allem die Textstelle: "und wenn sie trunken geworden sind" (Joh. 2:10), was viele als Betrunkenheit auslegen. Doch das von Luther übersetzte Wort "trunken" heisst so viel wie "satt getrunken" und hat mit Betrunkenheit nichts zu tun. Wörtlich übersetzt heisst diese Textstelle folgendermaßen: "Jedermann gibt zuerst den guten Wein, und wenn sie sich satt getrunken haben, alsdann den geringeren." (L. Reinhardt, Das Neue Testamen vom Standpunkt der Urgemeinde).

Der sündlose Sohn Gottes inmitten einer angeheiterten oder gar betrunkenen Hochzeitsgesellschaft ist unvorstellbar. Jesus, der Schöpfer dieser Welt und auch der Pflanzen, schuf reinen Traubensaft. Er brachte bei seinem Besuch gewissermassen die übliche Hochzeitsgabe unter Hochzeitsgästen Sitte war.

Behauptung: Jesus trank alkoholischen Abendmahlswein.

Entgegnung: Jesus trank nach eigenen Worten beim Abendmahl unmittelbar "vom Gewächs des Weinstocks" (Matth. 26:29), also Traubensaft, und betonte, dass er davon mit den Seinen erst wieder auf der neuen Erde trinken werde, die einen Wein kennt, "darin keine Hefe ist", also unvergorenen. (Jesja 25:6).

Der reine Traubensaft ist das Symbol für das reine Blut Christi, das für uns vergossen wurde.

Alkohol und christliches Leben

In der Urchristengemeinde mussten die Verantwortungsträger ebenso wie die Priester des Alten Testamente mit gutem Beispiel vorangehen. Von den Ältesten und Diakonen wünschte der Apostel Paulus Enthaltsamkeit (1. Tim. 3:2+8); Titus 1:7; 2:3). Paulus ermahnte die Gemeinden, dass Alkoholgenuss und der Heilige Geist sich nicht vertragen (Epheser 5:18).

"Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt,
sondern lasst euch vom Geist erfüllen."

Das christliche Ideal ist nach der Bibel die "Nüchternheit", das heisst ein klarer, wachsamer Geist in jeder Situation (1. Thess. 5:5-8).

Wenn wir den Aufruf der Apostel zur Nüchternheit ernst nehmen und mit dem Geist Gottes ständig verbunden sein wollen, dann muss unser Verstand uneingeschränkt funktionstüchtig sein.

Nach dem Wort des Apostel Petrus sind die Gläubigen als Volk Gottes "königliche Priester der Versöhnung" (1. Petr. 2:9). Dieses Amt haben wir nicht nur während des Gottesdienstes einmal pro Woche, sondern an 365 Tagen im Jahr, also ständig. Nun galt schon für Aaron und seine Söhne, dass sie als Priester im Dienst keinen Alkohol trinken durften (3. Mose 10:9). Gott begründete dieses Verbot damit, dass sie in ihrem priesterlichen Dienst genau unterscheiden könnten, was heilig und was unheilig ist. Dieses Gebot von Gott sollte eine "ewige Ordnung für alle eure Nachkommen" sein. Der Dienst heute, Menschen durch das Evangelium mit Gott zu versöhnen ist nicht weniger heilig als der alttestamentliche Versöhnungsdienst in der Stiftshütte und später im Tempel.

Wer Gott in besonderer Weise dienen will, muss seinen Aufruf beherzigen: "Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott!" (3. Mose 19:2). Wer die von Gott gewünschte Heiligkeit und Reinheit erlangen will, der darf nichts tun, was sein Urteilsvermögen trübt und seine Willenskraft schwächt. Der Alkoholgenuss hat eindeutig negative Auswirkungen auf ein christliches Leben: man versteht die göttlichen Wahrheiten nicht mehr so gut, wegen Vergesslichkeit kann man sich die Bebeltexte nicht merken, die Selbstbeherrschung lässt unter Alkoholeinfluss nach und das kann der Anlass für viele Sünden sein, die sonst nicht geschehen wären. Alkoholgenuss bringt Schande ins christliche Leben.

Wer sein Christsein ernst nimmt, hat auch eine Vorbildfunktion in dieser Welt. Nicht wenige orientieren sich an frommen Menschen und sehen auf ihren Lebensstil. Die Bibel spricht einen Fluch über solche Menschen aus, die andere zum Trinken verführen (Habakuk 2: 15+16).

Kinder Gottes leben nach den Maßstäben des Himmels, nicht nach den Sitten und Gebräuchen dieser Welt. Mit einem "Nein, danke" zum angebotenen Glas Alkohol können wir Gott den besseren Dienst erweisen.


(Vortrag zur Verfügung gestellt durch Herrn Musolff)

Samstag, 1. November 2008

Etikett "Christ"


















"Wenn die Vertreter der Kirche Christen sind, dann bin ich kein Christ; und umgekehrt."
- Leo Tolstoi, Tagebücher, 1890


"Der einzige Grund, warum ich mittlerweile etwas zögere, mich offensiv als Christin zu bezeichnen, ist, dass ich nicht mit Bush oder Bischof Mixa in einen Topf geworfen werden möchte."
-Luci van Org, überGeorge W. Bush und Walter Mixa, Stern Nr. 17/2008 vom 17. April 2008, S. 226


Donnerstag, 30. Oktober 2008

Tod


Der Mensch lehnt sich an seinen Tod wie der Plauderer an den Kamin.

Die zwei Religionen
























Er sagte aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die Übrigen verachteten, dieses Gleichnis:

Es gingen zwei Männer in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst so:

O Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner da. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme!

Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal die Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an seine Brust und sprach:

O Gott, sei mir Sünder gnädig!

Ich sage euch: dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, im Gegensatz zu jenem.

Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden;

wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Lukas 18,9-14

Ursprungslehren










I. Charakterisierung von Ursprungslehren

Erklärungsansätze zur Entstehung der Welt, des Lebens und des Menschen werden als Ursprungslehren bezeichnet. Folgende Ursprungslehren werden heute vor allem vertreten:

1. Naturalistisch-atheistische Evolutionslehre. Nach dieser Position soll der Ursprung der Welt, des Lebens und des Menschen gänzlich ohne Rückgriff auf übernatürliche Faktoren erklärt werden. Sie wird von der überwältigenden Mehrheit der Biologen (nicht unbedingt der Naturwissenschaftler insgesamt) i.d.R. mit Absolutheitsanspruch (s. II.) als einzige wissenschaftlich vertretbare Ansicht gelehrt und dominiert alle Medien.

2. Kreationismus im Sinne von „Creation Science“. Hier wird der Schöpfungsbericht der Bibel als quasi-naturwissenschaftlicher Text aufgefaßt. Es wird explizit ein astronomisch-geologisch-biologisches Verständnis dieser Texte vertreten. Ein sehr niedriges Alter der Erde und des Lebens sowie die Tatsache der Schöpfung wird häufig für wissenschaftlich bewiesen angesehen. In der Regel wird ein Absolutheitsanspruch (s. II.) vertreten und jedes andere Verständnis der biblischen Texte und der naturwissenschaftlichen Daten grundsätzlich abgelehnt.

3. Theistische Evolutionslehre. Evolution wird zwar akzeptiert, aber nicht als naturalistisch-ungesteuerter Vorgang betrachtet, sondern: Gott erschuf die Welt und das Leben durch den Evolutionsprozeß. Diese Position wird besonders, aber nicht ausschließlich, in den großen Kirchen in Deutschland vertreten.

4. Intelligent Design (ID). Nach dem Ansatz des ID soll durch wissenschaftliche Analyse nachgewiesen werden, daß aus der Struktur des Kosmos und des Lebens auf einen „Designer“ (Planer, Schöpfer) geschlossen werden kann. Obwohl in der westlichen Welt v.a. von Christen vertreten, macht die ID-Bewegung keine Aussage über Identität oder Attribute des Designers und legt keine spezielle religiöse Offenbarung zugrunde. Deshalb ist sie grundsätzlich auch mit anderen Religionen kompatibel und damit religiös relativ neutral.

5. Biblische Schöpfungslehre. Die biblischen Schilderungen der Urgeschichte im Buch Genesis werden als historisch zuverlässig betrachtet. Das heißt, sie werden nicht nur theologisch verstanden, sondern auch als zwar nicht detaillierte, aber allgemeinverständliche, wirkliche Beschreibungen grundlegender Ereignisse der Schöpfung und Urzeit. Es handelt sich also um Texte, die auch bezüglich ihrer Aussagen über die Natur zutreffend sind, aber es sind keine naturwissenschaftlichen Texte (z.B. mit einer spezifisch-exakten Fachsprache) im neuzeitlichen Sinn. Auf der Grundlage eines theologisch-heilsgeschichtlichen Verständnisses der gesamten Bibel wird versucht, naturwissenschaftliche Daten, welche die Herkunft der Welt und des Lebens betreffen, im Kurzzeitrahmen der biblischen Urgeschichte zu deuten. Dieses Verständnis der biblischen Schöpfungstexte entspricht für Vertreter der biblischen Schöpfungslehre am ehesten der Aussageabsicht der Urgeschichtstexte. Sie sind aber bereit, ihr theologisches, historisches und naturkundliches Verständnis der Urgeschichte auf den jeweiligen wissenschaftlichen Fachebenen zu diskutieren. Sie erheben keinen wissenschaftlichen Absolutheitsanspruch für ihre Hypothesen und Theorien.

II. Woran kann ein „Absolutheitsanspruch“ erkannt werden?


Ein Absolutheitsanspruch kann beispielsweise an folgenden Merkmalen erkannt werden:

  • Alle konkurrierenden Denkmodelle werden kategorisch abgelehnt.
  • Es wird behauptet, daß keinerlei ernstzunehmende Argumente gegen die eigene Position existieren.
  • Die Berichterstattung ist deutlich tendenziös.
  • Die Darstellung von Gegenargumenten wird unterdrückt, notfalls durch Zensur.
  • Vertreter konkurrierender Ansichten werden persönlich in beleidigender Weise angegriffen (Polemik).

III. Die Position der Studiengemeinschaft Wort und Wissen


Die Studiengemeinschaft Wort und Wissen (W+W) vertritt eine biblische Schöpfungslehre und ist somit der 5. Position zuzuordnen. Zur Verdeutlichung soll die Position von W+W mit den anderen Ursprungslehren verglichen werden.

1. Mit der naturalistisch-atheistischen Evolutionslehre teilen wir die Methodik der wissenschaftlichen Forschung. Im Unterschied zu dieser Position betrachten wir diese Methodik jedoch als nicht als ausreichend, um die Ursprungsfrage letztlich zu beantworten. Den Absolutheitsanspruch einer naturalistischen Position weisen wir aufgrund erkenntnistheoretischer, wissenschaftstheoretischer und naturwissenschaftlicher Argumente entschieden zurück. Die Erkenntnismöglichkeiten mit Hilfe der wissenschaftlichen Methodik sollen jedoch nach allen Regeln der Wissenschaftskunst ausgelotet werden.

2. Mit dem Kreationismus gemeinsam ist der Glaube an die historische Zuverlässigkeit der biblischen Schilderungen und die Hinterfragung der Evolutionslehre als umfassendes Allerklärungsmodell. Im Unterschied zum Kreationismus verzichten wir auf einen Absolutheitsanspruch im Problemkreis der Wissenschaft. In Fragen der Auslegung biblischer Texte meinen wir, eine dem Selbstanspruch der Urgeschichtstexte im Wesentlichen gemäße Position zu vertreten. Darin und in Fragen des Verhältnisses von Aussagen der Heiligen Schrift zu wissenschaftlichen Erkenntnissen sind wir aber diskussions- und lernbereit. Mit dem Verzicht auf einen Absolutheitsanspruch ist im einzelnen gemeint:

  • Wir wollen konkurrierende Denkmodelle respektieren und nicht „bekämpfen“, sondern uns sachlich-kritisch mit ihnen auseinandersetzen.
  • Wir räumen ein, daß ernstzunehmende Argumente gegen unsere eigenen fachlichen Positionen existieren.
  • Uns bekannte Gegenargumente sollen in unseren eigenen Publikationen angemessen zur Sprache kommen.
  • Wir bemühen uns in Berichterstattungen um faire und ausgewogene Darstellung.
  • Wir achten Vertreter konkurrierender Ansichten, greifen sie nicht persönlich an und wollen Polemik in jeder Form vermeiden.

Die Formulierungen „wollen“ und „bemühen“ sollen zum Ausdruck bringen, daß wir uns bewußt sind, nicht fehlerlos zu sein. Doch dürfen Kritiker uns an den genannten Punkten messen.

Wir weisen allerdings auf den Absolutheitsanspruch hin, den Jesus Christus nach dem Zeugnis des Neuen Testaments für seine Person und sein Wirken beansprucht hat. Dazu gehört auch, dass Jesus mit der historischen Wirklichkeit und theologischen Wahrheit von Ereignissen der biblischen Urgeschichte argumentiert hat. Dies geschieht aber zeugnishaft und nicht unter Einsatz wissenschaftlicher Argumentation.

Wir stellen an uns selbst den Anspruch, mit der wissenschaftlichen Argumentation übliche Qualitätsstandards zu erfüllen, und wollen uns daran messen lassen.

3. Mit theistischen Evolutionslehren gemeinsam ist die Ablehnung der Lehre von der Evolution als naturalistisch-ungesteuertem Vorgang. Darüber hinaus lehnen wir allerdings auch die Lehre von einer wie auch immer gesteuerten Evolution ab, weil dem nach unserer Überzeugung eine Reihe gewichtiger theologischer Argumente entgegenstehen.

4. Mit dem Ansatz des Intelligent Design (ID) teilen wir die Überzeugung, daß die Struktur des Kosmos und des Lebens durch wissenschaftliche Analyse auf testbare und widerlegbare „Design-Signale“ untersucht werden kann. Der Nachweis solcher Design-Signale liefert aber keinen Beweis für Schöpfung. ID-Argumente eignen sich in der Regel problemlos als „Module“ für die biblische Schöpfungslehre. Der ID-Ansatz hilft auch, verschiedene Argumentations- und Begründungsebenen auseinanderzuhalten. Über ID hinaus bekennen wir uns aber ausdrücklich zum Gott der ganzen Bibel und speziell zur Historizität der biblischen Urgeschichte.

IV. Stellenwert wissenschaftlicher Argumente


Genauso wie wir der Auffassung sind, daß mit wissenschaftlichen Argumenten der Naturalismus (Position 1) nicht bewiesen werden kann, halten wir wissenschaftliche Argumente nicht für geeignet, um die Wahrheit der Bibel zu beweisen. Dies wurde in unserer Arbeit nie angestrebt. Wissenschaftliche Argumente haben ihren Platz im Rahmen einer vorgegebenen Ursprungslehre und sie haben Bedeutung in der Abwehr von unberechtigten Absolutheitsansprüchen und überzogenen Behauptungen.

V. Trennung von Argumentationsebenen


Ausgesprochen wichtig ist es uns, in den Kontroversen um die Ursprungsfrage verschiedene Argumentationsebenen auseinanderzuhalten. Das gilt zum einen für die Unterscheidung theologischer und naturwissenschaftlicher Argumente und Begründungen, zum anderen auch für die Trennung von Evolutionskritik und Ansätzen im Rahmen der Schöpfungslehre oder von ID. Konkret bedeutet das z. B.:

  • Naturwissenschaftliche Evolutionskritik ist unabhängig vom weltanschaulichen Hintergrund des Kritikers zulässig und notwendig. Eine Theorie, die sich der Kritik nicht stellt, ist nicht wissenschaftlich.
  • Die wissenschaftliche Qualität einer Evolutionskritik hängt nicht davon ab, wie gut alternative Ursprungslehren begründet sind.
  • Die Berechtigung für theologische Evolutionskritik hängt nicht davon ab, wie gut Evolutionslehren naturwissenschaftlich begründet sind.
  • Der ID-Ansatz, der ohne spezielle Theologie und ohne konkrete Gottesvorstellung auskommt, kann als solcher nicht mit speziellen theologischen Argumenten kritisiert werden (zum Beispiel mit dem Hinweis auf einen pfuschenden Designer und dergleichen). Solche Kritik trifft im übrigen alle theistischen Ursprungslehren; die Kritik muß zum einen im ID-Rahmen, d.h. unspezifisch-theologisch und darüber hinaus im Rahmen spezieller Offenbarung (für uns biblisches Christentum) spezifisch beantwortet werden.

Selbstverständlich können und sollen die verschiedenen Ebenen auch zusammengeführt werden. Das ist sogar ein Kernanliegen der Studiengemeinschaft Wort und Wissen im Sinne der 5. Position. Doch beinhaltet diese Zusammenführung immer eine weltanschauliche Grenzüberschreitung, die als solche unbedingt kenntlich zu machen ist.

(Quelle: www.wort-und-wissen.de)

Theismus

Der Begriff Theismus (gr. θεός theós „Gott“) ist die Bezeichnung für die religiöse oder philosophische Überzeugung vom Dasein eines höchsten, überweltlichen, persönlichen Wesens (Gott), das die Welt erschaffen hat, erhält, regiert und somit einen ständigen Einfluss auf sie hat.

Der Theismus begreift Gott als Schöpfer der Welt, der sie auch erhält und lenkt. Gott ist immanent und gleichzeitig darüber hinaus transzendent. Zu beachten ist hierbei, dass er zwar in der Welt wirkt (etwa durch Wunder und Offenbarungen), jedoch in der Substanz komplett von ihr verschieden ist (Dualität von Schöpfer und Schöpfung).

Die Bezeichnung wurde als ein kategorisierender Begriff der Religionsphilosophiee in der Aufklärung (17. Jahrhundert) geprägt gegenüber dem Atheismus, aber auch als Abgrenzung zum Deismus.

Innerhalb des Theismus kann unterschieden werden zwischen

- Monotheismus (es gibt nur einen Gott)

- Polytheismus (es gibt mehrere Götter); der Polytheismus entspricht aber meist nicht der obigen Definition, da Polytheisten oft keine explizite Schöpfung (im Sinne eines "die Welt aktiv bauen") kennen und ihre Götter als innerweltliche Mächte verstehen.

- Henotheismus (es gibt mehrere Götter und unter ihnen einen höchsten)

- Monolatrie (es gibt mehrere Götter, aber ich verehre nur einen)

Der Theismus grenzt sich ab

- vom Agnostizismus, der die Frage der Existenz oder Nicht-Existenz von Göttern für nicht beantwortbar hält,

- vom Ignostizismus, der die Antwort auf die Frage für unwichtig hält, also der Existenz oder Nichtexistenz von Gott/Göttern keine Bedeutung beimisst

- von Weltanschauungen, die keiner Götter bedürfen, insbesondere

- vom Atheismus, der die Existenz eines Gottes oder von Göttern ausschließt, von deren Behauptung aber abhängt

- vom Kosmotheismus, der die Welt als eine Einheit begreift, die sich selbst ordnet, ohne des gewollten Aktes eines Schöpfergottes zu bedürfen

- vom Nihilismus, der jede Erkenntnismöglichkeit von Etwas abstreitet

- von Weltanschauungen, bei denen Gott anders wahrgenommen wird

- vom Deismus, der zwar einen Gott als Schöpfer der Welt annimmt, aber nicht an seine weitere Einwirkung auf sie glaubt,

- vom Pandeismus, der zwar einen Gott als Schöpfer der Welt annimmt, aber nicht an seine weitere Einwirkung auf sie glaubt, weil Gott in der Schöpfung/Welt aufgegangen sei

- vom Pantheismus, der die Natur und Gott als komplett (und seit jeher) identisch ansieht,

- vom Panentheismus, der die Welt als Teil einer sich entwickelnden (bzw. sich selbst erfahrenden) Gottheit sieht

- vom Theokratismus, der in Gott auch den Herrscher und nicht nur den Schöpfer des Universums sieht

(Quelle: wikipedia)

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Toleranz

1. Herkunft und Verständnis von Toleranz

Dem Wortsinn nach kann Toleranz (Toleranz) mit "Duldung" übersetzt werden (von tolerare, lat. = dulden, erdulden, ertragen).

Man kann darunter eine Weitherzigkeit besonders in Glaubensfragen verstehen, womit Vergleich und Gespräch mit konkurrierenden Vorstellungen nicht gescheut zu werden brauchen. Als Gegensatz zu Toleranz erscheinen Intoleranz und Totalitarismus. Toleranz bedeutet demnach zunächst nicht schon Gleichgültigkeit in der Wahrheitsfrage, obwohl dies heute oft so verstanden wird, womit sich eine Begriffsverschiebung ergeben hat.
Toleranz und keine Meinung zu haben ist nicht dasselbe. Toleranz bedeutet durchaus ein Aushalten von Spannungen. Sie wird vielfach als soziale Tugend und als unerlässlich angesehen, wo Menschen zusammenleben müssen, um dieses Zusammenleben zu ermöglichen.

Drei verschiedene Stufen der Toleranz lassen sich unterscheiden.

- In einer ersten werden andere und andersartiges zur Kenntnis genommen;
- in einer zweiten Stufe lässt man andere und andersartiges gelten, strebt aber keine Integration an;
- in einer dritten Stufe werden andere und andersartiges nicht allein akzeptiert, sondern schließlich sogar aufgenommen in der Annahme, dadurch bereichert zu werden.

2. Unterscheidung von Toleranz in religionspolitischer, kirchen- / konfessionspolitischer und politisch-gesellschaftlicher Hinsicht

Dabei ist zu beachten, dass diese Unterscheidung nicht streng durchführbar ist, da sich Überschneidungen ergeben. Sie setzt auch eine bestimmte Staats- und Gesellschaftsform voraus, nämlich westlich-demokratische Staats- und Gesellschaftsstrukturen mit ihren Unterscheidungen von Religion und Politik. Diese Unterscheidung kennt der Islam nicht. Genauso wenig kannte diese das alttestamentliche Judentum. Und auch dem mittelalterlichen Staat (vgl. z. B. das Heilige Römische Reich Deutscher Nation) scheint dies trotz aller Staatstheorien nicht geläufig gewesen zu sein, da auch dieses sich, nachdem die Kirche einmal Reichskirche geworden war, wie Islam und alttestamentliches Judentum faktisch als Theokratie verstand (Corpus Christianum).

3. Toleranz in religionspolitischer, kirchen- / konfessionspolitischer und politisch-gesellschaftlicher Hinsicht

3.1. Toleranz in religionspolitischer Hinsicht:

Im Römischen Reich wurden Völker und ihre religiösen Anschauungen toleriert, wenn sie sich dem an sich multikulturellen und damit multireligiösen römischen Staat eingliedern ließen. Der römische Staat erwies sich im Allgemeinen als tolerant gegenüber allen Religionen und Kulturen und ließ diese gewähren, solange die Staatsräson nicht gefährdet schien. Auch das Judentum, eine ihrem Wesen nach intolerante Religion, war "erlaubte Religion" (religio licita, Tertullian, Apologie 21).

Dagegen galt das frühe Christentum seit Nero (vgl. Christenverfolgung 64 n. Chr.) bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts (immer wieder) als staatsfeindlich und unmenschlich, so dass es nicht "erlaubte Religion" war, sondern verschieden starken Repressionen ausgesetzt blieb. Durch das Mailänder Edikt (312 / 13 n. Chr.), einem Abkommen zwischen Konstantin und Licinus, wurde das Christentum zunächst "erlaubte Religion" (Religionsfreiheit) im Römischen Reich, schnell bevorzugte und schon bald unter Kaiser Theodosius (391 / 92 n. Chr.) Staatsreligion, die sich gegen heidnische Religionen wandte und auch Einschränkungen für Juden brachte. Aus dieser eingeleiteten Entwicklung folgte die Entstehung einer monolithischen christlichen Kultur im Abendland. Damit in Verbindung steht eine teils gewaltsame Verfolgung von Ketzern (Inquisition) und die zwangsmäßige Christianisierung Andersgläubiger.

3.2. Toleranz in kirchen- / konfessionspolitischer Hinsicht:

Der zumindest nach außen bestehende monolithische Block der abendländischen Kirche zerbrach in der Reformation. Luther verwarf Zwang in Glaubensfragen ("Von weltlicher Obrigkeit"). Die Folge der Reformation war, dass sich verschiedene Konfessionen in einem Staat gegenüberstanden, deren Zusammenleben geregelt werden musste. Um die politische Einheit des Reiches zu bewahren, gestand das Reich im Augsburger Religionsfrieden 1555 auf Reichsebene den Konfessionen Gleichberechtigung (Parität) zu. Im jeweiligen Territorium bestimmte der Landesherr die Konfession (cuius regio, eius religio). Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 wurden auch Bekenntnisse toleriert, die von der offiziellen Religion des Landes abwichen, ohne dass damit völlige Gleichheit erreicht worden wäre. Die Religions- und Glaubensfreiheit des Einzelnen wurde durch die Aufklärung betont (vgl. z. B. Religionspolitik Friedrich des Großen; Toleranzpatent Joseph II. von Österreich 1781, das den österreichischen Protestanten staatsbürgerliche Rechte und begrenzte Religionsfreiheit brachte; Religionsfreiheit als Menschenrecht in amerikanischer Verfassung von 1776). Das preußische Allgemeine Landrecht (1794) beinhaltete Religionsfreiheit für jeden Bürger, wobei die Förderung von Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften unterschiedlich ausfiel. Der moderne säkulare Staat der Gegenwart kennt keine Staatsreligion mehr, erhebt den Anspruch, weltanschaulich neutral zu sein — ohne diesen Anspruch auch immer zu erfüllen – , weiß sich für das Heil seiner Bürger nicht verantwortlich und ergreift in konfessionellen Auseinandersetzungen nicht Partei. Toleranz in dem Sinne, dass ein vom staatlichen Bekenntnis abweichender Glaube toleriert wird, gibt es nicht mehr. Der moderne Staat, der sich als weltanschaulich neutral versteht, will Religionsgemeinschaften gleich behandeln. Er gibt den Kirchen, aber auch anderen Religionsgemeinschaften, Gelegenheit zur öffentlichen Religionsausübung. Andererseits gewährt der moderne, weltanschaulich neutrale Staat das Recht zum Kirchenaustritt und kennt keinen Zwang zur Teilnahme an religiösen Veranstaltungen. Gegenwärtige Situation in Gesellschaft, Kirche und Theologie scheint zu sein, religiöse Ausschließlichkeitsansprüche als intolerant und inhuman zu disqualifizieren und als fundamentalistisch zu stigmatisieren (s.u.).

3.3. Toleranz in politischer Hinsicht:

Bereits der römische Staat hatte anerkannt, dass es politisch, weltanschaulich, religiös sich widerstreitende Meinungen gibt. Er ließ diese zu, solange nicht der Staat als gefährdet angesehen und der Kaiserkult nicht infrage gestellt wurde, wobei auch da Ausnahmen möglich waren (gegenüber dem Judentum). Der christlich gewordene römische Staat (ab 391 / 92 n. Chr.) und das mittelalterliche christliche Abendland kannten solche Toleranz nicht. Toleranz gab es erst seit der Aufklärung wieder, mehr jedoch in konfessioneller Hinsicht als in politischer, da in dieser vielfach der Staatsabsolutismus herrschend wurde, in welchem Einheit nicht mehr in derselben Konfession, sondern in der Person des Herrschers repräsentiert wurde, welcher keine Konkurrenz neben sich duldete. Der moderne demokratische Rechtsstaat ist ohne Toleranz nicht denkbar, ist gewissermaßen Ergebnis von Toleranz Toleranz gehört deshalb zu seinen Existenzregeln, an die sich die in ihm lebenden Menschen zu halten haben. Totalitärem Anspruch muss er sich widersetzen. Doch uferloser Pluralismus kann genauso Toleranz gefährden. Die Forderung nach Toleranz kann nicht unbegrenzt gelten. Die Folge kann leicht Intoleranz sein. Rigoroser >Fundamentalismus verträgt sich nicht mit einem modernen demokratischen Rechtsstatt, denn dieser ist auf Toleranz aufgebaut und fordert diese ein, welche rigoroser Fundamentalismus nicht leisten kann und auch nicht zu leisten bereit ist, da er sich sonst selbst aufgäbe. Christlicher Fundamentalismus fällt unter die Unverträglichkeit mit dem modernen demokratischen Rechtsstaat nicht (siehe die christliche fundamentalistische Bewegung in den USA, vor allem deren Anfänge 1910-1915 mit den 12 Bänden "The Fundamentals"), weil er das Liebesgebot kennt und deshalb trotz all seiner glaubensmäßigen Intoleranz die Person des Un- oder Andersgläubigen (der für ihn auch ein Ungläubiger ist) achtet. Es war das Christentum, das, womöglich in säkularisierter Form, den demokratischen Staat erst ermöglichte. Anders verhält es sich beim Islam, der seinem Wesen nach in der Art fundamentalistisch ist, dass er bei Andersgläubigen nicht die Achtung der Person kennt. Im Bereich des Islam gibt es auch keine demokratischen Rechtsstaaten. Seine Anhänger sind in demokratische Verhältnisse nicht integrierbar, was an den islamischen Minderheiten in demokratischen Staaten deutlich wird. Ihnen entgegengebrachter Toleranz wird mit Intoleranz begegnet, was die Frage aufwirft, ob es von einem demokratischen Staat überhaupt verantwortlich ist, hier Toleranz zu üben, da damit sein Bestand gefährdet wird und er um seines Erhaltes willen an dieser Stelle intolerant sein sollte. Wer in einem toleranten Staat leben will, ist zu einem gewissen Maß zu Toleranz verpflichtet. Es ist darauf hinzuweisen, dass das deutsche Grundgesetz (GG) den Begriff Toleranz nicht kennt. Das dürfte damit zusammenhängen, dass der Staat sich als Hüter der Toleranz versteht, die als gesellschaftlich-politische Grundeinstellung vorausgesetzt wird.

4. Religiöse Toleranz

4.1. Altes Testament: intolerant – 1. Gebot:

Durch das 1. Gebot des Dekalogs ist für Israeliten die Beteiligung an fremdreligiösen Kulten ausgeschlossen. Dass dies dennoch vorkam und in Israel eine synkretistische Mischreligion faktisch immer wieder herrschend wurde, davon legt das Alte Testament beredt Zeugnis ab (vgl. Richter, Königs- und Chronikbücher, Propheten). Das stand jedoch immer unter dem Nein Gottes und zog sich dessen Zorn und Strafe zu. Um den Abfall des Volkes Israel zu minimalisieren, können sogar fremde Kultstätten zerstört werden (vgl. 2. Mose 34,12 f.; 5. Mose 7,25; 12,2 f.; 2. Könige 23).

4.2. Neues Testament: intolerant – Missionsbefehl:

Das 1. Gebot ist durch das Neue Testament keineswegs abgeschafft. Vielmehr geht das Neue Testament davon aus, dass alles Heil an Christus, den Sohn Gottes, gebunden ist, weil "in keinem anderen ... das Heil" "ist", "durch den wir sollen selig werden" (Apg 4,12). Diese Ausschließlichkeit Gottes in Christus wird durch den Missionsbefehl (Mt 28,18-20) geltend gemacht. Intolerant ist christlicher Glaube in seiner >Offenbarung, doch lässt er Toleranz gegenüber der Person des Nichtchristen walten und achtet den Ungläubigen oder Andersgläubigen, den er für Christus gewinnen will. Dies geschieht in Geduld und gedrungen von der "Liebe Christi" (2. Kor 5,14) durch die Verkündigung (2. Kor 5,20). Gegenüber Irrlehren kennt der Apostel Paulus keinerlei Toleranz (2. Kor 11,4; Gal 1,8 f.; 1. Tim 6,3), wie er auch der Intoleranz der rechten Lehre gegenüber mit schneidender Intoleranz auftritt (2. Tim 4,3). Augustinus hat die Einstellung des Neuen Testaments zutreffend erfasst, wenn er davon schreibt, die Irrtümer seien zu vernichten, die Person aber zu lieben.

4.3. Luthers Toleranzverständnis:

Luther (1483-1546) ist bestrebt, das neutestamentliche Verständnis nachzuvollziehen. Er geht von der Toleranz Gottes aus, ohne die jeder Mensch unter dem Gericht Gottes zerbrechen müsste. Allein das Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit vermag ihn zu retten. Die aus dem Glauben sich ergebende Liebe kann weit sein, ohne dass dies dem Glauben schädlich wäre. Deshalb ist dann Toleranz der Liebe zuzuordnen, nicht dem Glauben (vgl. seinen Traktat "Von der Freiheit eines Christenmenschen", 1520). Damit wird der Nächste als Person ernst genommen, insofern hier "der Glaube durch die Liebe tätig ist" (Gal. 5,6). Dieses Verständnis widerspricht aber auch einem grenzenlosen Gewähren-Lassen und einer nicht erlaubten Kompromissbereitschaft in Glaubensfragen.

4.4. "Toleranzfähigkeit" der Religionen (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus):

Zunehmende Globalisierung und die Sehnsucht nach weltweitem Frieden lassen die Frage nach der "Toleranzfähigkeit" der Religionen aufkommen, zumal sich inzwischen, mit angeregt durch Hans Küngs ">Projekt Weltethos", die Ansicht auf breiter Basis durchgesetzt hat, ohne Religionsfrieden sei kein politischer Friede möglich. Bei diesen Überlegungen wird den drei großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum, Islam – nur geringe "Toleranzfähigkeit" zuerkannt. Sie sind Religionen, die auf "Rechtgläubigkeit" bestehen und erheben einen exklusiven Wahrheitsanspruch, insofern der Gott, den sie verehren, der einzige Gott für alle ist und deshalb keine Duldung anderer Götter erlaubt (vgl. 2. Mose 20,3: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir"; im AT und NT wird diese Exklusivität Gottes immer wieder betont). Dass der Islam Juden und Christen als Gläubige zweiter Klasse betrachten kann, ist und war recht theoretisch, insofern dies sie von den wirklichen Heiden, was ihre Beachtung anlangt, nicht groß unterscheidet und privilegiert. Auch wenn von einer friedlichen Koexistenz gesprochen wird, so ist diese, wenn der Islam in der stärkeren Position ist, zumeist nur möglich, wenn sich Juden und / oder Christen die Freiheit zur Ausübung ihres Glaubens (die immer noch sehr eingeschränkt bleibt) teuer erkaufen. Die religiöse Toleranz im Staat Israel ist zumindest Judenchristen gegenüber begrenzt. Weitaus größere "Toleranz-" und Integrationsfähigkeit wird den asiatischen Religionen Hinduismus und Buddhismus zugestanden, die auch auf westliche Bewohner, vor allem Intellektuelle, einen gewissen Reiz ausüben, weil sie auf die Wahrheitsfrage verzichten. Doch auch diese als friedlich angesehenen asiatischen Hochreligionen sind dies nicht, wie deren zunehmend intolerantes Verhalten gegenüber Anhängern anderer Religionen belegt.

5. Beurteilung der Toleranz

Um Toleranz richtig beurteilen zu können, ist zwischen Person- und Sachtoleranz (= inhaltliche Toleranz) zu unterscheiden. Zu denken ist auch an formale Toleranz, die andere Religionen theoretisch und praktisch aus unterschiedlichen Motiven (humanitären, politischen, wirtschaftlichen usw.) gewähren lässt, oder aber auch aus Gleichgültigkeit anderen gegenüber, wenn sich diese äußerlich angepasst verhalten und gut einfügen lassen. Mit Persontoleranz hat das aber nur bedingt zu tun. Für Christen ist solche formale Toleranz nicht denkbar, da diese auf die Wahrheitsfrage verzichtet und den anderen der Ruhe wegen oder aus Gleichgültigkeit im Unheil lässt. Das bekannte Diktum Augustins, die Person zu lieben, aber deren Irrtümer zu vernichten, drückt allem Anschein nach die Unterscheidung in Person- und Sachtoleranz (inhaltliche Toleranz) aus. Diese Unterscheidung ist wohl zutreffend, wenn auch die Schwierigkeit benannt werden muss, zwischen Person und Irrtum zu unterscheiden, da Irrtümer / Irrlehren mit Personen in Verbindung stehen und nicht so einfach getrennt werden können. Freilich gilt: Gott liebt den Sünder, aber er hasst die Sünde. Persontoleranz ist insoweit zu üben, dass die Person zu achten und selbst das irrende Gewissen noch zu schützen ist. Staatlich-politisches Handeln ist auf Persontoleranz angewiesen. Als Christen werden wir Andersgläubige und Ungläubige als Person achten, keineswegs ihren Glauben oder Unglauben oder ihre Ideologie. Vielmehr werden wir sie, weil die Liebe Christi uns drängt, für Christus zu gewinnen suchen, freilich mit seelsorgerlichem Gespür. Sachliche Toleranz ist nicht akzeptabel. Im Namen der Toleranz ist der biblische Standpunkt keinesfalls aufzugeben. Toleranz darf es nie auf Kosten der Wahrheit geben. Deshalb sind interreligiöse Gebetstreffen, die in Folge und im Geiste Assisis (1986) stattfanden und noch stattfinden, für Christen völlig inakzeptabel. Dasselbe gilt von Versuchen im Geiste des ">Projekts Weltethos". Zu widersprechen ist einem Toleranzverständnis, wie es etwa Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) in "Nathan der Weise" vertreten hat und das bis heute wirkt, in welchem die Wahrheit durch die ständige Suche nach Wahrheit ersetzt wird. Lessing vertritt ein Toleranzverständnis, das sich Fremdreligionen gegenüber als tolerant zeigt, der christlichen Überzeugung gegenüber sich aber als intolerant erweist (siehe wie Christen in "Nathan der Weise" dargestellt werden). Zu widersprechen ist auch der Vorstellung Gustav Menschings, der zwischen formaler und inhaltlicher Toleranz unterscheiden wollte und damit eine Kombination von formaler Toleranz und inhaltlicher Intoleranz für möglich hielt. Aber die Wahrheit ist als Inhalt nie ohne Form zu haben. Toleranz ohne eigene Gewissheit der Wahrheit führt zu indifferenter Haltung gegenüber der Wahrheit und ist am Mitmenschen uninteressiert. Schließlich ist darauf zu verweisen, dass es absolute Toleranz, die alles gleichermaßen gelten lassen will und jedem Wahrheitsanspruch widerspricht, nicht geben kann. Sie ist eine rein theoretische Konstruktion, die sich in der Praxis nicht durchführen lässt. Die Forderung, allem mit Toleranz zu begegnen, kann schnell in repressive Toleranz umschlagen, weil jeder erhobene Wahrheitsanspruch dem widerspricht und darin keinen Platz hat. Aber selbst wenn sich dies durchführen ließe, wäre es für Christen in keiner Weise akzeptabel, weil sie damit den Wahrheitsanspruch aufgeben müssten, den sie nicht aus sich haben, sondern der der Anspruch dessen ist, der von sich sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich" (Joh 14,6). An diesem Anspruch endet alle Toleranz

6. Zusammenfassung und praktischer Bezug

Toleranz (lat. tolerare = dulden) ist ein insbesondere im freimaurerischen und aufklärerischen Denken häufig gebrauchter Begriff. Er meint dort die Duldsamkeit in religiösen und ethischen Fragen und richtet sich insbesondere gegen den Absolutheitsanspruch irgendeiner Religion oder Lehre auf absolute Wahrheit. Toleranz-Denken in diesem Sinne steht damit im klaren Gegensatz zum Evangelium mit der Absolutheit Gottes und seines Sohnes Jesus Christus (vgl. 2. Mose 20; Joh 14,6; Apg 4,12 u.a.). Aus christlicher Sicht bietet sich eine Unterscheidung zwischen Sach- und Person-Toleranz an: Sach-Toleranz bedeutet Verwässerung und Auflösung der Wahrheit, während Person-Toleranz die Liebe zum Sünder und Irrenden einschließt, um ihn für Jesus zu gewinnen. Person-Toleranz soll also dazu dienen, dem Nächsten durch anteilnehmende und abholende Liebe den Weg zu Jesus Christus zu ebnen, während Sach-Toleranz den Weg zum Antichristen bahnt. Werden diese beiden Begriffe mit ihren unterschiedlichen Zielsetzungen nicht auseinandergehalten und wird einfach nur allgemein von "Toleranz" geredet, dann ist die Verwirrung komplett.
Nun werden heute Christen, die an Jesus Christus als
"dem Weg, der Wahrheit und dem Leben" (Joh 14,6)
festhalten, sehr schnell mit dem Stigma der "Intoleranz." belegt und in die Sekten-Ecke gestellt.
Sie gelten dann als "unbelehrbare Fundamentalisten" oder ähnliches, wobei man mit "Fundamentalist" Gewalt und Terror assoziiert, wie man ihn von manchen islamisch-fundamentalistischen Gruppen her gewohnt ist. Dass bibeltreue Christen, die ihren Glauben ernst nehmen, hingegen vom Gebot der Feindesliebe inspiriert sind (oder sein sollten), das in der Bergpredigt (Mt 5,43 ff.) steht, wird dabei verschwiegen.


Walter Rominger (1-5) / Lothar Gassmann (6)

Dienstag, 28. Oktober 2008

Was kann mir nützen?

Darauf sagte der Ausleger: "Komm herein! Ich werde dir zeigen, was dir nützen kann." Nachdem er seinen Diener angewiesen hatte, eine Kerze anzuzünden, bat er Christ, ihm zu folgen. Er führte ihn in ein privates Zimmer, wo er seinen Diener aufforderte, eine Tür zu öffnen. An der Wand dahinter erblickte Christ das Bild eines ehrwürdigen Mannes. Er hielt die Augen zum Himmel emporgerichtet; in der Hand hielt er das beste aller Bücher, und auf seinen Lippen war das Gesetz der Wahrheit geschrieben. Die Welt lag hinter seinem Rücken. Er stand da, als ob er beschwörend auf jemanden einredete, und über seinem Kopf hing eine goldene Krone.


"Was bedeutet das?" fragte Christ.


Ausleger: "Der Mann, dessen Bild du siehst, ist einer aus tausenden; er kann Kinder zeugen, sie unter Schmerzen gebären, und sie selbst nähren, wenn sie geboren sind. Und siehst du, wie er seine Augen zum Himmel aufhebt, wie er das beste aller Bücher in der Hand hält und wie das Gesetz der Wahrheit auf seinen Lippen geschrieben ist? Das soll dir zeigen, daß es seine Aufgabe ist, verborgene Dinge zu erkennen und sie den Sündern zu offenbaren. Deshalb siehst du ihn auch so dastehen, als ob er beschwörend auf Menschen einredete. Und die Welt hinter seinem Rücken und die Krone, die über seinem Kopf hängt, sollen dir zeigen, daß er die gegenwärtigen Dinge wegen der Liebe zum Dienst für seinen Meister verachtet und verabscheut, weil er sicher ist, in der kommenden neuen Welt einen herrlichen Lohn dafür zu bekommen. Dieses Bild", sagte der Ausleger, "habe ich dir zuerst gezeigt, weil der Mann, den es darstellt, der einzige ist, dem der Herr jenes Ortes, zu dem du gehst, die Vollmacht gegeben hat, dein Führer an allen schwierigen Stellen zu sein, auf die du unterwegs stoßen magst. Vergiß also nicht, was ich dir gezeigt habe, und denke an das, was du gesehen hast, falls du unterwegs Leute triffst, die vorgeben, dich richtig zu führen, obwohl ihr Weg hinab in den Tod führt."


John Bunyan: Pilgerreise (ca. 1680)

Ich bat

























Ich bat um Stärke,
aber Er machte mich schwach, damit ich Bescheidenheit und Demut lernte.

Ich erbat seine Hilfe, um große Taten zu vollbringen,
aber Er machte mich kleinmütig, damit ich gute Taten vollbrächte.

Ich bat um Reichtum, um glücklich zu werden.
Er machte mich arm, damit ich weise würde.

Ich bat um alle Dinge, damit ich das Leben genießen könne.
Er gab mir das Leben, damit ich alle Dinge genießen könne.

Ich erhielt nichts von dem, das ich erbat -
aber alles, was gut für mich war.

Gegen mich selbst wurden meine Gebete erhört.

Ich bin unter allen Menschen
ein gesegneter Mensch.


(Ein unbekannter Soldat)


A study of biblical typology
























A Study of Biblical Typology


November 3, 1999
by Wayne Jackson

One of the most fascinating areas of Bible study is that of typology – the study of Scripture “types.” Few Christians have made any sort of in-depth investigation of biblical types. As a matter of fact, this field of study has fallen into disrepute in recent years and this can probably be accounted for on two bases:

First, the extravagant speculations of earlier typologists have left a bad taste for the study in the minds of many; they feel it has been discredited.

Second, the spirit of religious liberalism has silently assaulted the thinking of some. They thus tend to dismiss the supernatural elements of the Scriptures, and since typology relates to prophecy, it has been similarly discarded. The Bible itself, however, makes it quite clear that “types” are a vital component of Jehovah’s redemptive plan.

The Term Defined

Exactly what is a type? Theologically speaking, a type may be defined as “a figure or ensample of something future and more or less prophetic, called the ‘Antitype’” (E. W. Bullinger, Figures of Speech Used in the Bible, p. 768).

Muenscher says a type is “the preordained representative relation which certain persons, events, and institutions of the Old Testament bear to corresponding persons, events, and institutions in the New” (quoted in: M. S. Terry, Biblical Hermeneutics, p. 246).

Wick Broomall has a concise statement that is helpful. “A type is a shadow cast on the pages of Old Testament history by a truth whose full embodiment or antitype is found in the New Testament revelation” (Baker’s Dictionary of Theology, p. 533).

We would, in summary, suggest the following definition, which we paraphrase from Terry. A type is a real, exalted happening in history which was divinely ordained by the omniscient God to be a prophetic picture of the good things which He purposed to bring to fruition in Christ Jesus.

New Testament Terms

There are several words used in the Greek New Testament to denote what we have just defined as a type. First, there is the term tupos (the basis of our English word “type”). Though this word is variously employed in the New Testament, it is certainly used in our present sense in Romans 5:14 where Paul declares that Adam “is a figure (tupos) of him that was to come”, i.e., Christ.

Second, there is the word skia, rendered “shadow.” In Colossians 2:17, certain elements of the Mosaic system are said to be “a shadow of the things to come” (cf. Heb. 8:5; 10:1).

Third, there is the term hupodeigma, translated “copy,” and used in conjunction with “shadow” in Hebrews 8:5 (cf. Heb. 9:23).

Fourth, the Greek word parabole (compare our English, “parable”) is found in Hebrews 9:9, where certain elements of the tabernacle are “a figure for the present time” (cf. Heb. 11:19).

Finally, one should note the use of antitupon, rendered “figure” (KJV) or “pattern” (ASV) in Hebrews 9:24, and “like figure” (KJV) or “true likeness” (ASV) in I Peter 3:21. This word, as used in the New Testament, denotes “that which corresponds to” the type; it is the reality which fulfills the prophetic picture.

Avoiding Extremism

One must be very cautious in his study of Bible types. There are some dangerous extremes to be avoided. On the one hand, as indicated earlier, some deny the use of biblical types altogether. Obviously, this is a radical view contrary to the teaching of the Bible itself.

Others, though, feel that the use of types in the Scriptures is quite limited. Accordingly, one can only identify a type when the New Testament specifically does so. This is an extreme position. If one followed a similar line of reasoning, he might assert that there are no prophecies in the Old Testament save those which are specifically quoted in the New Testament.

Still another extreme is the notion that virtually every little detail of the Old Testament system was typical of some New Testament circumstance. Thus, even the cords and pegs of the tabernacle were seen by some commentators as representing significant
antitype New Testament truths. The truth is to be found between these extremes.

There are several interpretative principles that one should keep in mind as he begins a study of this subject.


  1. It must be recognized that types are grounded in real history; the people, places, events, etc. were deliberately chosen by God to prepare for the coming of the Christian system. An old writer has wonderfully described it:

    “God in the types of the last dispensation was teaching His children their letters. In this dispensation He is teaching them to put the letters together, and they find that the letters, arrange them as they will, spell Christ, and nothing but Christ.”
  2. It must be clear (on the basis of reasonable evidence) that the type was designed by God to preview its fulfillment in the New Testament.
  3. There is a graduation from type to antitype; of the lesser to the greater; from the material to the spiritual; the earthly to the heavenly.
  4. One must distinguish what is essential in the type and what is merely incidental. A failure to do this can lead to some serious errors. Broomall notes, for example, that “Jonah’s expulsion from the great fish typifies Christ’s resurrection (Matt. 12: 40); but Jonah’s restoration to the land does not necessarily typify Israel’s restoration to Palestine” (Baker’s Dictionary of Theology, 534).

We are now ready to consider several different categories of Old Testament types.

Typical Persons

A number of Old Testament people, due to some character or relation which they sustain in redemptive history, serve as types.


  1. Adam is a type of Christ in that as the former introduced sin into the world, even so, through the latter a system of righteousness was made available for mankind (Rom. 5:19).
  2. Melchizedek, who was both king of Salem and a priest of God – at the same time (Gen. 14:18-20), was a type of Christ – who, at his ascension, began to reign on David’s throne and to simultaneously function as our high priest (cf. Psa. 110:4; Zech. 6:12,13; Heb. 5:5-10; 6:20; 7:1-17). This point, incidentally, is disastrous for millennialism. If Christ is not yet king (as premillennialism asserts), then he is not yet a priest and we are yet in our sins!
  3. Moses, in his noble role of prophet, leader, and mediator for Jehovah’s people, was typical of the Lord Jesus who functions in a similar, though more exalted, capacity (cf. Deut. 18:15; Acts 3:22; 1 Cor. 10:2; Gal. 3:27; Gal. 3:19; 1 Tim. 2: 5).

Typical Places

Several prominent places emphasized in the Old Testament appear to have a typical significance. Egypt represents a state of bondage such as holds the sinner prior to his conversion (Gal. 4:2; Rom. 6:17; 1 Cor. 10:lff); Jerusalem or Zion typifies the church and finally heaven (cf. Gal. 4:25,26; Heb. 12:22; Rev. 21:2); and Babylon, which held God’s people captive in the Old Testament, pictures the condition of an apostate church that has departed from the simplicity of the New Testament pattern (Rev. 11:8; 14:8; 16:19; 17:5; 18:2ff).

Typical Things

Certain Old Testament objects preview New Testament truths. For example, Jacob’s ladder, with the angels ascending and descending upon it (Gen. 28:12), apparently pictured Christ (cf. John 1:51), who provides both communication from the Father (John 1:18; Heb. 1:1-2) and access to heaven (John 14:6).

The brazen serpent, lifted up in the wilderness, through which the people found physical healing (Num. 21:8) was a type of the lifted-up Christ (John 3: 14; 12:32), through whom spiritual healing comes (Isa. 53:5).

As indicated earlier, the tabernacle and many of its features were typical of the present time (cf. Heb. 9:8-9). As the tabernacle was designed to be a “house of God,” and since He is “Lord of heaven and earth” (Acts 17:24), it was proper that the tabernacle be composed of two compartments; one representing God’s heavenly dwelling place and the other His earthly dwelling place. Accordingly, the Most Holy Place of the tabernacle represented Heaven (Heb. 6:19,20; 9:8,24), while the Holy Place was a type of the church (Acts 15:16,17; 1 Cor. 3:16; I Tim. 3:15).

Typical Events

Several Old Testament events seem to represent things to come. The creation of light on the first day of Earth’s history (Gen. 1:3) suggests the coming brilliant illumination of the gospel of Christ (cf. 2 Cor. 4:6).

The Flood of Noah’s day (Gen. 6-8) typified the sudden destruction of the world yet to come at the end(Matt. 24:37-39).

The miraculous water from the rock in the wilderness (Ex. 17:6) was a preview of the life-sustaining water provided by our Lord (John 4:14; 1 Cor. 10:4).

The manna from heaven in the wilderness (Ex. 16:14-16) was a type of that spiritual Bread who came down from heaven to nourish humanity (John 6:32).

The deliverance of Noah’s family from a corrupted world, by means of “water,” prefigured our salvation, through baptism, from the power of darkness into the kingdom of Christ (cf. I Pet. 3:20-21; Col. 1:13).

Typical Offices

There were three offices in the Old Testament characterized by an anointing. Prophets (I Kings 19:16), priests (Ex. 28:41), and kings (I Sam. 10:1) were anointed in anticipation of the coming of the Anointed One (cf. Dan. 9:25,26) who is Prophet (Acts 3:22), Priest (Heb. 3:1), and King (Rev. 17:14).

We too, as Christians, have an anointing from God (2 Cor. 1: 21) and we function as prophets (not miraculously, but simply as “forth speakers” of the Word of God – cf. I Cor. 11:4,5), priests, and kings (cf. I Pet. 2:9; Rev. 1:6). The anointings of the Old Testament thus prefigured both the work of Christ and our service to Him.

Typical Actions

Certain ceremonial actions of the Old Testament system typified the atoning work of the Messiah. For instance, on the annual Jewish day of Atonement, amidst numerous other rituals, the High Priest presented two goats before the door of the tabernacle. After the casting of lots upon these animals, one was sacrificed as a “sin-offering” and the other was “set alive before Jehovah” (Lev. 16:9,10).

The blood of the slain goat was taken into the Most Holy Place where it was sprinkled upon the Mercy Seat. This, of course, was typical of the sacrificial death of Christ (Heb. 9:11,12). The High Priest then took the living goat, laid hands upon him and confessed over him all the iniquities of the people. Subsequently, by an appointed servant, the animal was led away into the wilderness (Lev. 16:21,22).

The two goats were, so to speak, two sides of the same coin; both constituted the solitary offering of Christ. The one signified his death and the atoning effect of his blood; the other his resurrection (cf. Rom. 4:25) and the complete removal of our sins (cf. Isa. 53:4,6; John 1:29).

Note also the similar ceremony in connection with the cleansing of the leper (Lev. 14:4-7). Two birds were selected; one was killed, and the other was dipped in its blood and let loose alive.

Typical Institutions

Many institutions of the Old Testament era were prophetic shadows of good things to come. The Passover, for instance, with its spotless lamb (Ex. 12:5) which was slain “between the two evenings” (12:6, ASVfn), i.e., between 3:00 and 5:00 P.M., without any bones being broken (12:46). It was a type of the death of Jesus (cf. I Cor. 5:7), who was without spot or blemish (I Pet. 1:19), who died at about 3:00 P.M. (Matt. 27:46), and who had none of his bones broken (John 19:33ff).

The feast of the firstfruits (Lev. 23:10), i.e., Pentecost, was a celebration in which the initial produce of the harvest was offered to God as a token of the full crop to follow. This ritual typified:


  1. the early influx of the Jews into the church of Christ (Rom. 11:16); and,
  2. the resurrection of the Lord Jesus as God’s pledge of the general resurrection to ultimately come (I Cor. 15:20, 23).

The feast of the tabernacles was instituted to commemorate Israel’s sojourn in the wilderness (Lev. 23:43). But it was also designed to remind us that we are but sojourners on this earth (I Pet. 2:11), and that someday we will lay aside this earthly tabernacle (2 Cor. 5:1; 2 Pet. 1:13,14) for a more permanent abiding place (cf. Heb. 11:9-13).

There are numerous other Old Testament types which cannot be discussed in the scope of this brief study. Surely, though, the reader can see from this limited survey what a thrilling area of biblical investigation this can be. Yes, it must be approached with judicious caution, but abuses should not deter the careful student from exploring such rich material. God intended for us to learn valuable lessons from Bible typology.

Note Paul’s statement after discussing the experiences of Israel in the wilderness of Sinai. “Now these things were our examples (tupoi), to the intent we should not lust after evil things, as they also lusted” (I Cor. 10:6; cf. 10:11).

May we truly attempt to learn the lessons of those pictures – those “visual aids” – which Jehovah incorporated into the text of his divine volume.

Max Planck spricht


Max Planck: "Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden.

Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich.

Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott! Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie." (1)

Max Planck (1937, S. 331/332): "Im Gegensatz dazu [der Methodik des religiösen Menschen] ist für den Naturforscher das einzig primär Gegebene der Inhalt seiner Sinneswahrnehmungen und der daraus abgeleiteten Messungen. Von da aus sucht er sich auf dem Wege der induktiven Forschung Gott und seiner Weltordnung als dem höchsten, ewig unerreichbaren Ziele nach Möglichkeit anzunähern. Wenn also beide, Religion und Naturwissenschaft, zu ihrer Betätigung des Glaubens an Gott bedürfen, so steht Gott für die eine am Anfang, für die andere am Ende alles Denkens. Der einen bedeutet er das Fundament, der anderen die Krone des Aufbaus jeglicher weltanschaulicher Betrachtung." (2)

S. 332: "Religion und Naturwissenschaft - sie schließen sich nicht aus, wie manche heutzutage glauben oder fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Wohl den unmittelbarsten Beweis für die Verträglichkeit von Religion und Naturwissenschaft auch bei gründlich-kritischer Betrachtung bildet die historische Tatsache, daß gerade die größten Naturforscher aller Zeiten, Männer wie Kepler, Newton, Leibniz von tiefer Religiosität durchdrungen waren."

(1) Quelle: Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Abt. Va, Rep. 11 Planck, Nr. 1797.

(2) Dieses Zitat sowie fast alle folgenden Zitate (mit Ausnahme von (4)) aus: Max Planck (1949): Vorträge und Erinnerungen. S. Hirzel Verlag Stuttgart. Die Jahreszahlen beziehen sich auf das Jahr, in welchem der jeweilige Vortrag gehalten wurde, die Seitenzahlen aber auf das soeben genannte Buch.

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