- Kobialka: Vorwort und Bild, Brief an Tony Blair
- Messias- Profezeiuungen und die Bedeutung von Typologie
(Zitat Der Messias in beiden Testamenten)
- Zeichen der Zeit, ein Hinweis
Donnerstag, 27. März 2008
Was ist es mit Gott?

(Hiob und seine Zuredner)
„Was ist es mit Gott, der in unserer weltlichen Welt, der Welt der Naturwissenschaft und Technik nicht vorkommt, der sich nicht verifizieren lässt wie alles sonst, das Anspruch auf Wirklichkeit erhebt?
Was ist es mit Gott, der als Realität immer mehr ausfällt, weil das, was frühere Generationen Gott unmittelbar zuschrieben, heute durch natürliche Ursachen und Gesetze erklärt wird?
Was ist es mit Gott, der oft genug ideologisch missbraucht wurde, um sehr massive Interessen durchzusetzen oder zu rechtfertigen?
Was ist es mit Gott, der oftmals sich als Projektion unserer selbst erweist, unserer Angst, unserer Wünsche, unserer schwacher Nerven?
Was ist es mit Gott angesichts dessen, was in diesem Jahrhundert geschah, in dem nicht nur die größten Entdeckungen und Entwicklungen ohne Gott vollbracht wurden, sondern wo auch die größten Verbrechen geschahen, ohne dass Gott rettend und helfend eingegriffen hätte?
Aus der Luther noch aufwühlenden Frage der Rechtfertigung des Menschen vor Gott ist die Frage nach der Rechtfertigung Gottes vor den Menschen getreten."
Glaube
Das Wort „glauben“ ist die Übersetzung des griechischen „pisteuein“ mit der Grundbedeutung „vertrauen“.
Ursprünglich gemeint war also nicht das unbestimmte „ich weiß nicht“, sondern im Gegenteil: „ich verlasse mich auf, ich binde meine Existenz an“. Es geht also zentral nicht um einen Gegenpol zum Wissen - für Glaube in diesem, dem Wissen entgegengesetzten Sinn steht im Griechischen das Wort „doxa“ -, sondern um Vertrauen, Gehorsam und Lebensübergabe.
Quelle: wikipedia
Ursprünglich gemeint war also nicht das unbestimmte „ich weiß nicht“, sondern im Gegenteil: „ich verlasse mich auf, ich binde meine Existenz an“. Es geht also zentral nicht um einen Gegenpol zum Wissen - für Glaube in diesem, dem Wissen entgegengesetzten Sinn steht im Griechischen das Wort „doxa“ -, sondern um Vertrauen, Gehorsam und Lebensübergabe.
Quelle: wikipedia
Theologie
„Obwohl das Wort Theologie nicht eine Schöpfung des christlichen Glaubens, sondern der griechischen Philosophie ist und nur zögernd im Bereich des Christlichen Raum gewann, ist Theologie nach heutigem Verständnis Rede von Gott in einem besonderen und spezifischen Sinn. Die Theologie meint nicht den Gott, der möglicher Abschluß einer philosophischen Seins- und Weltbetrachtung ist, auch nicht den Gott, von dem die Religionen in vielfältiger und oft verwirrender Weise Zeugnis ablegen, die Theologie wendet sich vielmehr jener Rede von Gott zu, wie sie in den Schriften des Alten und des Neuen Bundes begegnet. Ich könnte in einer bekannten Formulierung von Pascal sagen: Der Gott der Theologie ist nicht der Gott der Philosophen, sondern der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott, den Jesus von Nazareth als seinen Vater bekennt. Der Gott, von dem die Theologie redet, ist – mit anderen Worten – der Gott, der in Taten, Tatsachen und in einer Geschichte gesprochen hat: in der Geschichte des Volkes Israel und in der Geschichte Jesu Christi; er ist der Gott, der durch Menschen sich vermittelt hat: durch die Propheten und zuletzt – das heißt in letztmöglicher Weise -, wie der Hebräerbrief sagt, in seinem Sohn.
Der Gott, von dem die Theologie spricht, ist der Gott der christlichen Offenbarung, der Gott des christlichen Glaubens.“
(Heinrich Fries – Gesichtspunkte der Theologie)
Der Gott, von dem die Theologie spricht, ist der Gott der christlichen Offenbarung, der Gott des christlichen Glaubens.“
(Heinrich Fries – Gesichtspunkte der Theologie)
Das Alpha des Centauren
Eine nur zufällige Wahrheit könnte von Unwahrheit nicht unterschieden werden. Sie verdient den Namen nicht. Nietzsche hat dies gesehen, wenn er schrieb, „dass auch wir Erkennenden von heute, wir Gottlosen und Antimetaphysiker, unser Feuer noch von dem Brande nehmen, den ein Jahrtausende alter Glaube entzündet hat, jener Christenglaube, der auch der Glaube Platons war, dass Gott die Wahrheit ist, dass die Wahrheit göttlich ist“.Der Tod Gottes, den Nietzsche als erster proklamierte, meint gerade den anthropologischen Gott, den Gott als moralisches Postulat, den Gott der humanitären Mitmenschlichkeit, den Gott, für den der Satz sich nicht anwenden lässt: „für Gott ist alles gut, schön und gerecht.“ Und auch nicht der spinozistische Satz Wittgensteins: „Gott ist, wie sich alles verhält. Wie sich alles verhält, ist Gott.“ Die ältere Theologie hatte Gott unter anderem durch die Chiffre zweier Willen bestimmt. Wille Gottes meinte einmal das göttliche Gebot, das uns kundtut, was wir wollen sollen. Dieser Wille wird erfahren als sittliche Norm. Wille Gottes meinte aber darüber hinaus das, was sich im Gang der Ereignisse zeigt und mit Moral gar nichts zu tun hat. Diese beiden Chiffren scheinen einander zu widersprechen. Aber sie sind beide unerlässlich zur Bestimmung dessen, was wir mit Gott meinen. Ein Gott, der nur die Besiegelung der kruden Faktizität wäre, wäre eine überflüssige Zutat zu dieser. Alles ist ohnehin, wie es ist. Das Wort „Gott“ muss einen Sinn meinen, der mit den Tatsachen nicht schon gegeben ist. Aber wo wir diesen Sinn nur moralisch verstehen, wo er gegen die Faktizität gedacht wird, da wird er als ohnmächtig gedacht. Ein ohnmächtiger Gott aber kann nicht retten, und wer nicht retten kann, kann auch nicht Gehorsam verlangen. Gott als offene Zukunft des Menschen, Gott als Sinn seines Daseins, das wird zur schönen, aber leeren Formel, wenn dieser Gott nicht zugleich als Anfang gedacht wird.
Ein Gott, der nicht Alpha ist, kann auch nicht Omega sein. Ohne Schöpfungslehre keine Eschatologie. Ein Gott, der mit dem Alpha des Centauren nichts zu tun hat, kann auch für uns nichts bedeuten, was der Rede wert wäre: er kann uns nicht vom Tode retten, denn wir sind ein Stück Natur.
(Robert Spaemann – Gesichtspunkte der Philosophie)
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