Freitag, 21. November 2008

Der unwiderlegbare Gottesbeweis

Der philosophisch nicht widerlegbare Gottesbeweis.

Zu den Gästen am Stammtisch der Dorfwirtschaft setzte sich ein fremder Mann.
Er sei Atheist, erklärte er. Die Christen und vor allem ihre Pastoren,
Pfarrer und Prediger seien doch alles komische Käuze. Da reden sie von einem
Gott, der nicht beweisbar ist und merken nicht, wie extrem lächerlich sie
sich dabei machen. Dann grinste er breit und schaute uns alle der Reihe nach
herausfordernd an.

Ich fragte ihn : "Woher weisst Du, dass Gott nicht beweisbar sei ?"

"Ach, hör mal. Hast du keine Bildung ? Die Philosophen bewiesen klar und
unwiderlegbar, dass Gott nicht beweisbar ist. Ich kenne deren Argumente."

"Meinst du ? Du kannst also, deiner Ansicht nach, Gottesbeweise widerlegen ?"

"Natürlich. Ist doch klar. Ist auch keine Kunst.
Ich sagte je schon, dass ich Philosophie studiert habe."

"Nun, wenn dem so ist, dann bist du sicher bereit, dass ich dies kurz prüfe?

Ich nenne Dir jetzt einen Gottesbeweis. Nur einen einzigen.

Anschliessend widerlegst Du diesen. Wenn Du dies nicht kannst,

gibst Du dann deinen Atheismus auf?"

Der Fremde grinste. "Natürlich. Aber zuerst musst Du so einen Beweis nennen können.

Und das kannst du nicht. Aber trotz allem, lass hören.

Ich werde mich dabei sicher amüsieren."

"Also gut. Hör zu. Während ich hier sitze und mit Dir ein Bier trinke, liegt
Zuhause meine Frau krank im Bett und wartet auf mich. Sie ist sehr schwach,
kann sich kaum bewegen, kann beinahe nicht reden, nicht selber essen und
trinken und jede Berührung tut ihr weh. Die Krankenschwestern lehnt sie ab.
Diese sind ihr zu grob. Denn diese können das, was sie sagen möchte und
nicht sagen kann, nicht aus ihrem Gesichtsausdruck lesen. So pflege ich
meine Frau. Meine Frau ist sehr schön und ich liebe sie sehr. Jeden Tag
wasche ich sie im Bett von oben bis unten. Waschen. Ja. Aber nicht mehr.
Sanft waschen ist wichtig. Aber sonst tut ihr jede Berührung weh. Wenn Du
ein bisschen Phantasie hast und einigermassen normal veranlagt bist, kannst
Du Dir das sicher realistisch vorstellen."

Der Fremde hatte aufgehört zu grinsen.

"Die Ärzte, Sozialarbeiter und Psychiater, welche die Situation sahen,
sagten mir 'was Du da tust, haben wir noch nie gesehen. Warum kannst Du das
?'. Die Menschen im Dorf, die uns kennen, reagieren gleich. Siehst Du. Ohne
Gott, ohne Gebet geht das nicht. Und das wissen die Menschen hier im Dorf."

Der Fremde blickte fragend die anwesenden Gäste an. Diese nickten wortlos.
Darauf sagte er : "Zahlen". Stand auf und ging.

Vierzehn Tage später traf ich den Fremden in derselben Wirtschaft. Er sass
da, zusammengesunken vor seinem Bierglas und starrte es an. Er bemerkte
mich. "Ich weiss noch jedes Wort, das du gesagt hast. Deine Worte brennen
wie Feuer in mir. Du hast damals, ohne es zu wissen, mitten in's Schwarze
getroffen hast. Du hast recht. Was Du sagst, stimmt. Und nun muss ich dir
was erzählen. Mein Vater pflegte, wie du, seine kranke Frau. Sie war nicht
so krank wie Deine Frau, aber meine Mutter kann und konnte sich nicht mehr
selber anziehen und ist im Rollstuhl. Mein Vater sagte zu uns drei
Geschwistern : 'Versprecht mir, dass, wenn ich sterbe, ihr eure Mutter
weiter pflegt und eure Mutter nicht in eine Pflegeheim steckt'. Wir
versprachen das unserem Vater. Mehrmals. In aller Ernsthaftigkeit. Immer
wieder. - - - . Als unser Vater starb, vergingen 14 Tage. Danach war unsere
Mutter im Pflegeheim."

Nun schwieg er wieder. Und starrte sein Bierglas an.

Samstag, 15. November 2008

Krieg















„Ohne den Krieg wäre ich ein Intellektueller mit vorrangig literarischen Interessen geblieben. Ich hätte zwar über die Probleme des politischen Systems diskutiert, ein tieferes Interesse jedoch hätte ich allein für die Geschichte des einzelnen Menschen entwickelt, und die Begegnung mit einer jungen Frau oder eine plötzliche Eingebung hätten mir mehr bedeutet als jede Partei oder Doktrin. (…) Meine Neigung zu Individualismus, Indifferenz und Kritikfreudigkeit war zu ausgeprägt, um all das einem kollektiven Glauben zu opfern. Erst der Krieg hat diese Situation geklärt, indem er gewisse Hindernisse beseitigte, das Terrain von vielen bequemen Rückzugsmöglichkeiten befreite und mich auf brutale Weise mit einer unversöhnlichen Welt konfrontierte.“
(Jaime Pintor, im 2. Weltkrieg gefallener Partisan; Abschiedsbrief an seinen Bruder)

Denn wir haben nicht mit Gegnern aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächten, mit Gewalten, mit den Herrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt."
(Epheser 6,12)


Krieg

ein (mit Waffengewalt) ausgetragener Konflikt (Großkonflikt) zwischen mehreren Staaten, einzelnen Gruppen oder Individuen. (Quelle: wikipedia)

Einige grundlegende Gedanken

Angesichts eines Krieges muß man sich mit folgenden Punkten auseinandersetzen:

1. Wer ist der Feind

2. Warum ist der Feind Feind, und was sind der Grund und das Ziel des Krieges (Rechtfertigung des Krieges)

3. Welches sind die Waffen der beiden involvierten Parteien

4. Welche Anforderungen stellt der Krieg und welche Opfer impliziert er (Kosten überschlagen)

5. Wie steht es um die Beziehung zwischen Herrscher und Volk

6. Welches sind die Schwierigkeiten, Fronten und Strecken des Kampffeldes (Topographie des Krieges)

7. Worin gründet sich die Autorität des Generals/Heerführers/Herrschers? Was ist sein Wert?

8. Welche Position, welche Entscheidungsfreiheit und welche Rolle habe ich in diesem Krieg


Der Großkonflikt laut der Bibel

Die Bibel schildert das Leben eines Christen einerseits als eine Pilgerreise, andererseits auch als einen Kampf, und zwar im Kontext eines universellen Krieges. In diesem Sinne verdeutlicht sie unter anderem den individuellen, persönlichen Aspekt des Christseins auf der einen Seite, und auf der anderen die soziale Verantwortung, die über den persönlichen Bereich hinausgeht.

Der Apostel Paulus spricht vom "guten Kampf des Glaubens" und davon, "Soldat Christi" zu sein. Das bedeutet, es gibt einen Krieg. Angesichts dessen wollen wir die oben genannten Punkte nun im biblischen Licht betrachten.


Samstag, 8. November 2008

Danklied der Erlösten



















Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währt ewiglich.
So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN,
die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht
von Osten und Westen,
von Norden und Süden.
Die irregingen in der Wüste,
auf ungebahntem Wege,
und fanden keine Stadt,
in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren,
und deren Seele verschmachtete,
DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT,
UND ER ERRETTETE SIE AUS IHREN ÄNGSTEN
und führte sie den richtigen Weg,
daß sie kamen zur Stadt,
in der sie wohnen konnten:
DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE/
UND FÜR SEINE WUNDER,
DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT,
daß er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem.
Die da sitzen mußten in Finsternis und Dunkel,
gefangen in Zwang und Eisen,
weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren
und den Ratschluß des Höchsten verachtet hatten,
so daß er ihr Herz durch Unglück beugte
und sie dalagen und ihnen niemand half,
DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT,
UND ER HALF IHNEN AUS IHREN ÄNGSTEN
und führte sie aus Finsternis und Dunkel
und zerriß ihre Bande:
DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE/
UND FÜR SEINE WUNDER,
DIE ER AN DEN MENSCHENKINDERN TUT,
daß er zerbricht eherne Türen
und zerschlägt eiserne Riegel.
Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung
und um ihrer Sünde willen,
daß ihnen ekelte vor aller Speise
und sie todkrank wurden,
DIE DANN ZUM HERRN RIEFEN IN IHRER NOT,
UND ER HALF IHNEN AUS IHREN ÄNGSTEN,
er sandte sein Wort und machte sie gesund
und errettete sie, daß sie nicht starben:
DIE SOLLEN DEM HERRN DANKEN FÜR SEINE GÜTE...

Wer ist weise und behält dies?
Der wird merken, wieviele Wohltaten
der HERR erweist.

(Psalm 107,1-21;43)

In vino veritas?


Was sagt die Bibel über das Thema Alkohol?

Immer wieder werden wir auf dieses Thema angesprochen: Welche Stellung nimmt die Bibel zum Alkoholgenuss ein - Mäßigkeit oder Abstinenz?

Da es hier Unklarheiten unter den Christen gibt, wollen wir diese Frage einmal näher untersuchen.

Es gibt Bibelstellen, die den Weingenuss eindeutig verbieten: "Der Wein macht Spötter und starkes Getränk macht wild; wer davon taumelt, wird niemals weise" (Spr. 20:1) oder: "Hurerei, Wein und Most nehmen den Verstand weg" (Hosea 4:11). Im Buch der Sprüche 29: 20 - 35 wird der Zustand eines Betrunkenen in allen Einzelheiten geradezu als abschreckendes Beispiel geschildert.

Es gibt aber auch Texte, die den Wein scheinbar empfehlen: " dass der Wein erfreue des Menschen Herz" (Psalm 104: 15) oder wo Paulus seinem Schüler Timotheus aus gesundheitlichen Gründen empfiehlt: "Gebrauche ein wenig Wein um deines Magen willen!" (1. Tim. 5:23). Nach diesen Texten scheint die Bibel - oberflächlich betrachtet - keine klare Stellung zur Alkoholfrage einzunehmen.

Zahlreiche Christen folgern daraus, das nur der unmäßige Alkoholgenuss verboten ist, zum Beispiel in Galater 5:21: Saufen und Fressen als "Werke des alten Menschen" (vgl. auch 1. Kor. 5:11). Aber sie ziehen für sich den Schluss: "Ich trinke mäßig aber regelmäßig und mein Gläschen ist doch ungefährlich!" Die Befürworter eines gemäßigten Alkoholkonsums weisen darauf hin, dass alkoholische Getränke in der Bibel nicht generell verboten seien.

Eine Frage der Mäßigkeit?

Nach 2. Petr. 1:6 zählt zu den christlichen Tugenden auch die "Mäßigkeit". Diese Wortform in der Lutherbibel führt aber leicht irre. Das griechische Wort im Grundtext wird folgendermaßen übersetzt: Enthaltsamkeit (Elberfelder), Selbstbeherrschung (Menge), Entsagung (Allioli). Das bedeutet: Zu den christlichen Tugenden gehört die Enthaltsamkeit, der Verzicht auf schädliche Dinge; heute bezeichnen wir dies in der Alkoholfrage als "Abstinenz".

Wer ist ein "mäßiger Trinker"? Das ist schwer zu bestimmen. Jeder Alkoholiker hat einmal als "mäßiger Trinker" bzw. beim ersten Glas angefangen und zu einem ihm unbekannten Zeitpunkt die Kontrolle verloren.

Ein Vorbild in der christlichen Enthaltsamkeit war der Apostel Paulus. Wie ein griechischer Wettkämpfer beherrschte er seinen Körper und Geist (1. Kor. 5:24-27). So konnte er hohe moralische Leistungen vollbringen. Damit ist aber die Alkoholfrage noch nicht eindeutig geklärt.

Finden wir die Lösung im Grundtext?

Die Bibel benutzt mehrere Begriffe um alkoholische oder alkoholfreie Getränke zu bezeichnen:

oinos (griech.) = Wein in jeder Form; auch der Weinstock. Dieser Begriff wird im Neuen Testament verwendet (vgl. 1. Tim. 5:23). Das unterscheidet nicht, ob vergoren oder unvergoren, das Getränk in jeder Form.

Tirosch (hebr.), der aus der Weintraube gewonnener alkoholfreie Traubensaft. Man konnte ihn gären lassen, einkochen oder eindicken wie Sirup. Man gewann ihn ähnlich wie Pharaos Mundschenk durch Drücken und Pressen der Weinbeeren (1. Mose 40:8-11)

"Die Israeliten unterschieden nicht genau zwischen unvergorenem und vergorenem Wein. Sie nannten den Ersteren mit Vorliebe Tirosch, ein Ausdruck, der gewöhnlich mit Most wiedergegeben wird und den letzteren Kemer oder Jamin: "(Marius Th. Nielsen, "Die Bibel und die Alkoholfrage" S 5)

In Jesaja 25:6 gibt der Prophet eine Schilderung von der neuen Erde, dem Paradies, wo nur "reiner Wein" als ein "Wein darin keine Hefe ist", getrunken wird. In seinem Abschiedslied gedachte Moses daran, dass der Herr sein Volk führte und "tränkte es mit gutem Traubenblut" (5. Mose 32:14).

Dann gab es noch den schekhar (hebr.) = starkes Getränk, durch Gärung aus Datteln, Granatäpfeln und anderem gewonnen. Schekar ist der Sammelname für alle gegorenen Getränke, deren Säfte nicht von der Rebe stammen. Die Destillation war in biblischen Zeiten noch unbekannt. Wie wurde schekhar verwendet?

Spr. 31:6 Starkes Getränk vermengt man oft mir bitteren Kräutern und reichte es den zum Tode Verurteilten: "Gebt schekhar den Umkommenden und yayin den Betrübten!"

Spr. 20:1 " Der yayin macht lose Leute und der schekhar macht wild!"

Jes. 5:11 "Wehe denen, die sich des schekhars befleißigen, dass sie der yayin erhitze!"

Die Bibel kennt also den Alkoholgenuss mit all seinen Auswirkungen sehr gut.

Was erzählt das Alte Testamen über den Weingenuss?

Der Weinbau und damit der Missbrauch des Weines als Alkoholgetränk nahm nach der Sintflut seinen Anfang. Die Geschichte Noahs Zeit, dass die traurigen Folgen des Rausches eines sonst guten und frommen Mannes sich bis in die nachfolgenden Generationen bemerkbar gemacht haben und dass die Kinder für die Sünden der Väter büßen mussten.

Zwar duldete Gott im AT noch den Alkoholgenuss, aber sein Ziel war es, sein Volk völlig vom Alkohol freizumachen.

Die Priester als geistlich Vorbilder sollten den Alkohol meiden (3. Mose 10:8-11, Hes. 44:21) damit sie heilig und unheilig, rein und unrein unterscheiden und Israel erzieherisch belehren konnten.

Innerhalb des Volkes Israel gab es noch eine Sondergruppe, die NASIRÄER, Gottgeweihte, die sich jeglichen Weingenusses, auch der Trauben, Rosinen und des Traubensaftes enthielten (Richter 13:3-7). An der Schwelle vom AT zum NT wirkte als Gottgeweihter Johannes der Täufer als Vorläufer Christi. Ein Engel kündigte seinem Vater Zacharias seine Geburt an mit den Worten: "Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken!" (Luk. 1:15).

Aber auch sonst weist Israels Geschichte leuchtende Beispiele von Enthaltsamkeit auf: Unmittelbar vor der babylonischen Gefangenschaft zur Zeit des Königs Josia lebte die Volksgruppe der Rechabiter, die sich nach dem Wunsch ihres Ahnen des Weines enthielten (Jer. 35:1-11). Darum verhieß der Herr den Rechabitern Sagen. Man könnte sie als die älteste Enthaltsamkeitsbewegung bezeichnen.

Daniel und seine Freunde, die Gefangenen am Königshof in Babylon waren, weigerten sich, unreine Speisen zu essen und Wein zu trinken und sie wurden von Gott mit geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit belohnt! (vgl. Dan. 1:3-20).

Für Israels Könige gab es den Rat der Enthaltsamkeit (Spr. 31-4-5) - Wir müssen uns fragen, wie viele Fehlentscheidungen und ungerechte Beurteilungen im Laufe der Geschichte von Menschen in verantwortungsvollen Positionen abgegeben wurden, weil sie unter dem Einfluss von Alkohol standen!

Hielt sich das Volk Israel an die göttlichen Ratschläge?

Auf ihrer vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste wurden die Israeliten zu einfachem Lebensstil und Gehorsam gegen Gottes Gebote erzogen. Während dieser Zeit genossen sie weder Wein noch vergorenes Getränk (schekhar) und auch dies war ein Stück göttlicher Erziehung. Als Ergebnis dieser abstinenten Zeitperiode berichtet die Bibel: "...und es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen" (Psalm 105:37).

Leider ging diese frühe Abstinenz Israels bald verloren. Schon zur Richterzeit arteten die Opfermahlzeiten zu Gelagen aus, sodass der Priester Eli die betende Hanna irrtümlich ermahnte: "Wie lange willst du betrunken sein? Gib den Wein von dir, den du getrunken hast!" (1. Sam. 1:14)

Zu Jesajas Zeit schauten die jüdischen Priester und Verantwortungsträger schon vom Morgen an auf Weingenusss und vergaßen das Werk des Herrn und die Aufgaben für ihr Volk (Jes. 5:11-12). Gott sprach in diesem Zusammenhang ein Gerichtsurteil darüber aus. Immer wieder mussten Gottes Propheten ihre Stimmen gegen Trunksucht und Unmoral erheben (vgl. Hos. :11). Trotzdem dürfen wir annehmen, dass das Problem der Alkoholabhängigkeit im alten Israel längst nicht so schlimm war wie heute.

Was bedeutet das, wenn wir den in der Bibel sehr allgemein gehaltenen Begriff "Wein" lesen?

Im neuen Testament wird für Wein das griechische Wort "oinos" verwendet. Zur Zeit der Griechen und Römer war das Wort "Wein" von umfassender Bedeutung, nämlich alle Produkte, die vom Weinstock kamen, vergoren oder unvergoren. "Oinos" (lat. Vinum) bezeichnet also nicht unbedingt ein gegorenes Getränk; erst der jeweilige Textabschnitt macht deutlich, was gemeint ist.

Die antiken Völker hatten eine ganze Anzahl von Methoden, den so genannten Wein nicht alkoholisch werden zu lassen. Frisch gepressten Traubensaft schlossen sie einmal sofort luftdicht ab und lagerten ihn kühl. Wenn durch die Verbindung mit Luft Hefekeime in den Süßmost eindrangen, so kochten sie den Most und machten die Hefekeime unschädlich. Sie konnten auch Weine herstellen, die nicht berauschend waren und immer süß blieben.

Erst in neuerer Zeit wurde damit begonnen, das Wort "Wein" auf den vergorenen Traubensaft zu begrenzen. Viele Bibelübersetzer differenzieren hier nicht ausreichend.

Wie urteilt das Neue Testamen über die Verwendung von alkoholischen Getränken?

Auf den enthaltsamen Johannes den Täufer folgte Jesus Christus. Er war nicht wie ein Nasiräer an ein Gelübde gebunden und trank daher vom Weinstock. Daher wurde er von seinen Feinden als "Weintrinker" verleumdet. (Matth. 1:18+19), obwohl er alkoholische Getränke ablehnte. Das ersehen wir aus Markus 15: 23. Als er am Kreuz ging und dürstete, wurde ihm vergorener Wein angeboten, aber er verweigerte ihn.

Im übrigen waren die Juden zur Zeit Jesu bezüglich des Alkohols enorm mäßiges Volk. Weder Johannes der Täufer noch Jesus, die beide arge Sünden rügten, sprachen jemals gegen die Trunksucht. Christus heilte viele Kranke, aber wir hören nie, dass sich unter den zahlreichen Hilfesuchenden ja ein Alkoholiger in unserm Sinne befunden hätte. Alkoholismus muss damals keine ausgesprochen jüdische Unsitte gewesen sein. Doch für die letzte Zeit sagte Christus dieses Laster voraus und warnte die Menschen:

"Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen uns Saufen und mit täglichen Sorgen und dieser Tag nicht plötzlich über euch komme wie ein Fallstrick; (Lukas 21:34)

Die Situation änderte sich, als das Evangelium über das Judentum hinausging und zu den Heiden kam. Die Urgemeide lehnte Trunkenbolde ab und forderte ihre Bekehrung, was bei den griechischrömischen Trinksitten manchen Kampf gekostet haben mag (1. Kor. 6:9-11; Eph. 5:18+19; 1. Petr. 4:3).

"Wir haben bei den heidnischen Verfassern genug Zeugnisse gefunden, dass die Völker des Altertums unter dem Fluch des Alkoholismus gelitten haben, obwohl sie in dieser Beziehung von den christlichen Völkern der Gegenwart übertroffen werden". ("Die Bibel und Alkoholfrage", M. Nielsen)"

Welche Einwände erhebt man heute gegen christliche Abstinenz?

Behauptung: Jesus selbst machte auf der Hochzeit zu Kana Wein!

Entgegnung: Problematisch ist vor allem die Textstelle: "und wenn sie trunken geworden sind" (Joh. 2:10), was viele als Betrunkenheit auslegen. Doch das von Luther übersetzte Wort "trunken" heisst so viel wie "satt getrunken" und hat mit Betrunkenheit nichts zu tun. Wörtlich übersetzt heisst diese Textstelle folgendermaßen: "Jedermann gibt zuerst den guten Wein, und wenn sie sich satt getrunken haben, alsdann den geringeren." (L. Reinhardt, Das Neue Testamen vom Standpunkt der Urgemeinde).

Der sündlose Sohn Gottes inmitten einer angeheiterten oder gar betrunkenen Hochzeitsgesellschaft ist unvorstellbar. Jesus, der Schöpfer dieser Welt und auch der Pflanzen, schuf reinen Traubensaft. Er brachte bei seinem Besuch gewissermassen die übliche Hochzeitsgabe unter Hochzeitsgästen Sitte war.

Behauptung: Jesus trank alkoholischen Abendmahlswein.

Entgegnung: Jesus trank nach eigenen Worten beim Abendmahl unmittelbar "vom Gewächs des Weinstocks" (Matth. 26:29), also Traubensaft, und betonte, dass er davon mit den Seinen erst wieder auf der neuen Erde trinken werde, die einen Wein kennt, "darin keine Hefe ist", also unvergorenen. (Jesja 25:6).

Der reine Traubensaft ist das Symbol für das reine Blut Christi, das für uns vergossen wurde.

Alkohol und christliches Leben

In der Urchristengemeinde mussten die Verantwortungsträger ebenso wie die Priester des Alten Testamente mit gutem Beispiel vorangehen. Von den Ältesten und Diakonen wünschte der Apostel Paulus Enthaltsamkeit (1. Tim. 3:2+8); Titus 1:7; 2:3). Paulus ermahnte die Gemeinden, dass Alkoholgenuss und der Heilige Geist sich nicht vertragen (Epheser 5:18).

"Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt,
sondern lasst euch vom Geist erfüllen."

Das christliche Ideal ist nach der Bibel die "Nüchternheit", das heisst ein klarer, wachsamer Geist in jeder Situation (1. Thess. 5:5-8).

Wenn wir den Aufruf der Apostel zur Nüchternheit ernst nehmen und mit dem Geist Gottes ständig verbunden sein wollen, dann muss unser Verstand uneingeschränkt funktionstüchtig sein.

Nach dem Wort des Apostel Petrus sind die Gläubigen als Volk Gottes "königliche Priester der Versöhnung" (1. Petr. 2:9). Dieses Amt haben wir nicht nur während des Gottesdienstes einmal pro Woche, sondern an 365 Tagen im Jahr, also ständig. Nun galt schon für Aaron und seine Söhne, dass sie als Priester im Dienst keinen Alkohol trinken durften (3. Mose 10:9). Gott begründete dieses Verbot damit, dass sie in ihrem priesterlichen Dienst genau unterscheiden könnten, was heilig und was unheilig ist. Dieses Gebot von Gott sollte eine "ewige Ordnung für alle eure Nachkommen" sein. Der Dienst heute, Menschen durch das Evangelium mit Gott zu versöhnen ist nicht weniger heilig als der alttestamentliche Versöhnungsdienst in der Stiftshütte und später im Tempel.

Wer Gott in besonderer Weise dienen will, muss seinen Aufruf beherzigen: "Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott!" (3. Mose 19:2). Wer die von Gott gewünschte Heiligkeit und Reinheit erlangen will, der darf nichts tun, was sein Urteilsvermögen trübt und seine Willenskraft schwächt. Der Alkoholgenuss hat eindeutig negative Auswirkungen auf ein christliches Leben: man versteht die göttlichen Wahrheiten nicht mehr so gut, wegen Vergesslichkeit kann man sich die Bebeltexte nicht merken, die Selbstbeherrschung lässt unter Alkoholeinfluss nach und das kann der Anlass für viele Sünden sein, die sonst nicht geschehen wären. Alkoholgenuss bringt Schande ins christliche Leben.

Wer sein Christsein ernst nimmt, hat auch eine Vorbildfunktion in dieser Welt. Nicht wenige orientieren sich an frommen Menschen und sehen auf ihren Lebensstil. Die Bibel spricht einen Fluch über solche Menschen aus, die andere zum Trinken verführen (Habakuk 2: 15+16).

Kinder Gottes leben nach den Maßstäben des Himmels, nicht nach den Sitten und Gebräuchen dieser Welt. Mit einem "Nein, danke" zum angebotenen Glas Alkohol können wir Gott den besseren Dienst erweisen.


(Vortrag zur Verfügung gestellt durch Herrn Musolff)

Samstag, 1. November 2008

Etikett "Christ"


















"Wenn die Vertreter der Kirche Christen sind, dann bin ich kein Christ; und umgekehrt."
- Leo Tolstoi, Tagebücher, 1890


"Der einzige Grund, warum ich mittlerweile etwas zögere, mich offensiv als Christin zu bezeichnen, ist, dass ich nicht mit Bush oder Bischof Mixa in einen Topf geworfen werden möchte."
-Luci van Org, überGeorge W. Bush und Walter Mixa, Stern Nr. 17/2008 vom 17. April 2008, S. 226