Donnerstag, 30. Oktober 2008

Tod


Der Mensch lehnt sich an seinen Tod wie der Plauderer an den Kamin.

Die zwei Religionen
























Er sagte aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die Übrigen verachteten, dieses Gleichnis:

Es gingen zwei Männer in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst so:

O Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner da. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme!

Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal die Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an seine Brust und sprach:

O Gott, sei mir Sünder gnädig!

Ich sage euch: dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, im Gegensatz zu jenem.

Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden;

wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Lukas 18,9-14

Ursprungslehren










I. Charakterisierung von Ursprungslehren

Erklärungsansätze zur Entstehung der Welt, des Lebens und des Menschen werden als Ursprungslehren bezeichnet. Folgende Ursprungslehren werden heute vor allem vertreten:

1. Naturalistisch-atheistische Evolutionslehre. Nach dieser Position soll der Ursprung der Welt, des Lebens und des Menschen gänzlich ohne Rückgriff auf übernatürliche Faktoren erklärt werden. Sie wird von der überwältigenden Mehrheit der Biologen (nicht unbedingt der Naturwissenschaftler insgesamt) i.d.R. mit Absolutheitsanspruch (s. II.) als einzige wissenschaftlich vertretbare Ansicht gelehrt und dominiert alle Medien.

2. Kreationismus im Sinne von „Creation Science“. Hier wird der Schöpfungsbericht der Bibel als quasi-naturwissenschaftlicher Text aufgefaßt. Es wird explizit ein astronomisch-geologisch-biologisches Verständnis dieser Texte vertreten. Ein sehr niedriges Alter der Erde und des Lebens sowie die Tatsache der Schöpfung wird häufig für wissenschaftlich bewiesen angesehen. In der Regel wird ein Absolutheitsanspruch (s. II.) vertreten und jedes andere Verständnis der biblischen Texte und der naturwissenschaftlichen Daten grundsätzlich abgelehnt.

3. Theistische Evolutionslehre. Evolution wird zwar akzeptiert, aber nicht als naturalistisch-ungesteuerter Vorgang betrachtet, sondern: Gott erschuf die Welt und das Leben durch den Evolutionsprozeß. Diese Position wird besonders, aber nicht ausschließlich, in den großen Kirchen in Deutschland vertreten.

4. Intelligent Design (ID). Nach dem Ansatz des ID soll durch wissenschaftliche Analyse nachgewiesen werden, daß aus der Struktur des Kosmos und des Lebens auf einen „Designer“ (Planer, Schöpfer) geschlossen werden kann. Obwohl in der westlichen Welt v.a. von Christen vertreten, macht die ID-Bewegung keine Aussage über Identität oder Attribute des Designers und legt keine spezielle religiöse Offenbarung zugrunde. Deshalb ist sie grundsätzlich auch mit anderen Religionen kompatibel und damit religiös relativ neutral.

5. Biblische Schöpfungslehre. Die biblischen Schilderungen der Urgeschichte im Buch Genesis werden als historisch zuverlässig betrachtet. Das heißt, sie werden nicht nur theologisch verstanden, sondern auch als zwar nicht detaillierte, aber allgemeinverständliche, wirkliche Beschreibungen grundlegender Ereignisse der Schöpfung und Urzeit. Es handelt sich also um Texte, die auch bezüglich ihrer Aussagen über die Natur zutreffend sind, aber es sind keine naturwissenschaftlichen Texte (z.B. mit einer spezifisch-exakten Fachsprache) im neuzeitlichen Sinn. Auf der Grundlage eines theologisch-heilsgeschichtlichen Verständnisses der gesamten Bibel wird versucht, naturwissenschaftliche Daten, welche die Herkunft der Welt und des Lebens betreffen, im Kurzzeitrahmen der biblischen Urgeschichte zu deuten. Dieses Verständnis der biblischen Schöpfungstexte entspricht für Vertreter der biblischen Schöpfungslehre am ehesten der Aussageabsicht der Urgeschichtstexte. Sie sind aber bereit, ihr theologisches, historisches und naturkundliches Verständnis der Urgeschichte auf den jeweiligen wissenschaftlichen Fachebenen zu diskutieren. Sie erheben keinen wissenschaftlichen Absolutheitsanspruch für ihre Hypothesen und Theorien.

II. Woran kann ein „Absolutheitsanspruch“ erkannt werden?


Ein Absolutheitsanspruch kann beispielsweise an folgenden Merkmalen erkannt werden:

  • Alle konkurrierenden Denkmodelle werden kategorisch abgelehnt.
  • Es wird behauptet, daß keinerlei ernstzunehmende Argumente gegen die eigene Position existieren.
  • Die Berichterstattung ist deutlich tendenziös.
  • Die Darstellung von Gegenargumenten wird unterdrückt, notfalls durch Zensur.
  • Vertreter konkurrierender Ansichten werden persönlich in beleidigender Weise angegriffen (Polemik).

III. Die Position der Studiengemeinschaft Wort und Wissen


Die Studiengemeinschaft Wort und Wissen (W+W) vertritt eine biblische Schöpfungslehre und ist somit der 5. Position zuzuordnen. Zur Verdeutlichung soll die Position von W+W mit den anderen Ursprungslehren verglichen werden.

1. Mit der naturalistisch-atheistischen Evolutionslehre teilen wir die Methodik der wissenschaftlichen Forschung. Im Unterschied zu dieser Position betrachten wir diese Methodik jedoch als nicht als ausreichend, um die Ursprungsfrage letztlich zu beantworten. Den Absolutheitsanspruch einer naturalistischen Position weisen wir aufgrund erkenntnistheoretischer, wissenschaftstheoretischer und naturwissenschaftlicher Argumente entschieden zurück. Die Erkenntnismöglichkeiten mit Hilfe der wissenschaftlichen Methodik sollen jedoch nach allen Regeln der Wissenschaftskunst ausgelotet werden.

2. Mit dem Kreationismus gemeinsam ist der Glaube an die historische Zuverlässigkeit der biblischen Schilderungen und die Hinterfragung der Evolutionslehre als umfassendes Allerklärungsmodell. Im Unterschied zum Kreationismus verzichten wir auf einen Absolutheitsanspruch im Problemkreis der Wissenschaft. In Fragen der Auslegung biblischer Texte meinen wir, eine dem Selbstanspruch der Urgeschichtstexte im Wesentlichen gemäße Position zu vertreten. Darin und in Fragen des Verhältnisses von Aussagen der Heiligen Schrift zu wissenschaftlichen Erkenntnissen sind wir aber diskussions- und lernbereit. Mit dem Verzicht auf einen Absolutheitsanspruch ist im einzelnen gemeint:

  • Wir wollen konkurrierende Denkmodelle respektieren und nicht „bekämpfen“, sondern uns sachlich-kritisch mit ihnen auseinandersetzen.
  • Wir räumen ein, daß ernstzunehmende Argumente gegen unsere eigenen fachlichen Positionen existieren.
  • Uns bekannte Gegenargumente sollen in unseren eigenen Publikationen angemessen zur Sprache kommen.
  • Wir bemühen uns in Berichterstattungen um faire und ausgewogene Darstellung.
  • Wir achten Vertreter konkurrierender Ansichten, greifen sie nicht persönlich an und wollen Polemik in jeder Form vermeiden.

Die Formulierungen „wollen“ und „bemühen“ sollen zum Ausdruck bringen, daß wir uns bewußt sind, nicht fehlerlos zu sein. Doch dürfen Kritiker uns an den genannten Punkten messen.

Wir weisen allerdings auf den Absolutheitsanspruch hin, den Jesus Christus nach dem Zeugnis des Neuen Testaments für seine Person und sein Wirken beansprucht hat. Dazu gehört auch, dass Jesus mit der historischen Wirklichkeit und theologischen Wahrheit von Ereignissen der biblischen Urgeschichte argumentiert hat. Dies geschieht aber zeugnishaft und nicht unter Einsatz wissenschaftlicher Argumentation.

Wir stellen an uns selbst den Anspruch, mit der wissenschaftlichen Argumentation übliche Qualitätsstandards zu erfüllen, und wollen uns daran messen lassen.

3. Mit theistischen Evolutionslehren gemeinsam ist die Ablehnung der Lehre von der Evolution als naturalistisch-ungesteuertem Vorgang. Darüber hinaus lehnen wir allerdings auch die Lehre von einer wie auch immer gesteuerten Evolution ab, weil dem nach unserer Überzeugung eine Reihe gewichtiger theologischer Argumente entgegenstehen.

4. Mit dem Ansatz des Intelligent Design (ID) teilen wir die Überzeugung, daß die Struktur des Kosmos und des Lebens durch wissenschaftliche Analyse auf testbare und widerlegbare „Design-Signale“ untersucht werden kann. Der Nachweis solcher Design-Signale liefert aber keinen Beweis für Schöpfung. ID-Argumente eignen sich in der Regel problemlos als „Module“ für die biblische Schöpfungslehre. Der ID-Ansatz hilft auch, verschiedene Argumentations- und Begründungsebenen auseinanderzuhalten. Über ID hinaus bekennen wir uns aber ausdrücklich zum Gott der ganzen Bibel und speziell zur Historizität der biblischen Urgeschichte.

IV. Stellenwert wissenschaftlicher Argumente


Genauso wie wir der Auffassung sind, daß mit wissenschaftlichen Argumenten der Naturalismus (Position 1) nicht bewiesen werden kann, halten wir wissenschaftliche Argumente nicht für geeignet, um die Wahrheit der Bibel zu beweisen. Dies wurde in unserer Arbeit nie angestrebt. Wissenschaftliche Argumente haben ihren Platz im Rahmen einer vorgegebenen Ursprungslehre und sie haben Bedeutung in der Abwehr von unberechtigten Absolutheitsansprüchen und überzogenen Behauptungen.

V. Trennung von Argumentationsebenen


Ausgesprochen wichtig ist es uns, in den Kontroversen um die Ursprungsfrage verschiedene Argumentationsebenen auseinanderzuhalten. Das gilt zum einen für die Unterscheidung theologischer und naturwissenschaftlicher Argumente und Begründungen, zum anderen auch für die Trennung von Evolutionskritik und Ansätzen im Rahmen der Schöpfungslehre oder von ID. Konkret bedeutet das z. B.:

  • Naturwissenschaftliche Evolutionskritik ist unabhängig vom weltanschaulichen Hintergrund des Kritikers zulässig und notwendig. Eine Theorie, die sich der Kritik nicht stellt, ist nicht wissenschaftlich.
  • Die wissenschaftliche Qualität einer Evolutionskritik hängt nicht davon ab, wie gut alternative Ursprungslehren begründet sind.
  • Die Berechtigung für theologische Evolutionskritik hängt nicht davon ab, wie gut Evolutionslehren naturwissenschaftlich begründet sind.
  • Der ID-Ansatz, der ohne spezielle Theologie und ohne konkrete Gottesvorstellung auskommt, kann als solcher nicht mit speziellen theologischen Argumenten kritisiert werden (zum Beispiel mit dem Hinweis auf einen pfuschenden Designer und dergleichen). Solche Kritik trifft im übrigen alle theistischen Ursprungslehren; die Kritik muß zum einen im ID-Rahmen, d.h. unspezifisch-theologisch und darüber hinaus im Rahmen spezieller Offenbarung (für uns biblisches Christentum) spezifisch beantwortet werden.

Selbstverständlich können und sollen die verschiedenen Ebenen auch zusammengeführt werden. Das ist sogar ein Kernanliegen der Studiengemeinschaft Wort und Wissen im Sinne der 5. Position. Doch beinhaltet diese Zusammenführung immer eine weltanschauliche Grenzüberschreitung, die als solche unbedingt kenntlich zu machen ist.

(Quelle: www.wort-und-wissen.de)

Theismus

Der Begriff Theismus (gr. θεός theós „Gott“) ist die Bezeichnung für die religiöse oder philosophische Überzeugung vom Dasein eines höchsten, überweltlichen, persönlichen Wesens (Gott), das die Welt erschaffen hat, erhält, regiert und somit einen ständigen Einfluss auf sie hat.

Der Theismus begreift Gott als Schöpfer der Welt, der sie auch erhält und lenkt. Gott ist immanent und gleichzeitig darüber hinaus transzendent. Zu beachten ist hierbei, dass er zwar in der Welt wirkt (etwa durch Wunder und Offenbarungen), jedoch in der Substanz komplett von ihr verschieden ist (Dualität von Schöpfer und Schöpfung).

Die Bezeichnung wurde als ein kategorisierender Begriff der Religionsphilosophiee in der Aufklärung (17. Jahrhundert) geprägt gegenüber dem Atheismus, aber auch als Abgrenzung zum Deismus.

Innerhalb des Theismus kann unterschieden werden zwischen

- Monotheismus (es gibt nur einen Gott)

- Polytheismus (es gibt mehrere Götter); der Polytheismus entspricht aber meist nicht der obigen Definition, da Polytheisten oft keine explizite Schöpfung (im Sinne eines "die Welt aktiv bauen") kennen und ihre Götter als innerweltliche Mächte verstehen.

- Henotheismus (es gibt mehrere Götter und unter ihnen einen höchsten)

- Monolatrie (es gibt mehrere Götter, aber ich verehre nur einen)

Der Theismus grenzt sich ab

- vom Agnostizismus, der die Frage der Existenz oder Nicht-Existenz von Göttern für nicht beantwortbar hält,

- vom Ignostizismus, der die Antwort auf die Frage für unwichtig hält, also der Existenz oder Nichtexistenz von Gott/Göttern keine Bedeutung beimisst

- von Weltanschauungen, die keiner Götter bedürfen, insbesondere

- vom Atheismus, der die Existenz eines Gottes oder von Göttern ausschließt, von deren Behauptung aber abhängt

- vom Kosmotheismus, der die Welt als eine Einheit begreift, die sich selbst ordnet, ohne des gewollten Aktes eines Schöpfergottes zu bedürfen

- vom Nihilismus, der jede Erkenntnismöglichkeit von Etwas abstreitet

- von Weltanschauungen, bei denen Gott anders wahrgenommen wird

- vom Deismus, der zwar einen Gott als Schöpfer der Welt annimmt, aber nicht an seine weitere Einwirkung auf sie glaubt,

- vom Pandeismus, der zwar einen Gott als Schöpfer der Welt annimmt, aber nicht an seine weitere Einwirkung auf sie glaubt, weil Gott in der Schöpfung/Welt aufgegangen sei

- vom Pantheismus, der die Natur und Gott als komplett (und seit jeher) identisch ansieht,

- vom Panentheismus, der die Welt als Teil einer sich entwickelnden (bzw. sich selbst erfahrenden) Gottheit sieht

- vom Theokratismus, der in Gott auch den Herrscher und nicht nur den Schöpfer des Universums sieht

(Quelle: wikipedia)

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Toleranz

1. Herkunft und Verständnis von Toleranz

Dem Wortsinn nach kann Toleranz (Toleranz) mit "Duldung" übersetzt werden (von tolerare, lat. = dulden, erdulden, ertragen).

Man kann darunter eine Weitherzigkeit besonders in Glaubensfragen verstehen, womit Vergleich und Gespräch mit konkurrierenden Vorstellungen nicht gescheut zu werden brauchen. Als Gegensatz zu Toleranz erscheinen Intoleranz und Totalitarismus. Toleranz bedeutet demnach zunächst nicht schon Gleichgültigkeit in der Wahrheitsfrage, obwohl dies heute oft so verstanden wird, womit sich eine Begriffsverschiebung ergeben hat.
Toleranz und keine Meinung zu haben ist nicht dasselbe. Toleranz bedeutet durchaus ein Aushalten von Spannungen. Sie wird vielfach als soziale Tugend und als unerlässlich angesehen, wo Menschen zusammenleben müssen, um dieses Zusammenleben zu ermöglichen.

Drei verschiedene Stufen der Toleranz lassen sich unterscheiden.

- In einer ersten werden andere und andersartiges zur Kenntnis genommen;
- in einer zweiten Stufe lässt man andere und andersartiges gelten, strebt aber keine Integration an;
- in einer dritten Stufe werden andere und andersartiges nicht allein akzeptiert, sondern schließlich sogar aufgenommen in der Annahme, dadurch bereichert zu werden.

2. Unterscheidung von Toleranz in religionspolitischer, kirchen- / konfessionspolitischer und politisch-gesellschaftlicher Hinsicht

Dabei ist zu beachten, dass diese Unterscheidung nicht streng durchführbar ist, da sich Überschneidungen ergeben. Sie setzt auch eine bestimmte Staats- und Gesellschaftsform voraus, nämlich westlich-demokratische Staats- und Gesellschaftsstrukturen mit ihren Unterscheidungen von Religion und Politik. Diese Unterscheidung kennt der Islam nicht. Genauso wenig kannte diese das alttestamentliche Judentum. Und auch dem mittelalterlichen Staat (vgl. z. B. das Heilige Römische Reich Deutscher Nation) scheint dies trotz aller Staatstheorien nicht geläufig gewesen zu sein, da auch dieses sich, nachdem die Kirche einmal Reichskirche geworden war, wie Islam und alttestamentliches Judentum faktisch als Theokratie verstand (Corpus Christianum).

3. Toleranz in religionspolitischer, kirchen- / konfessionspolitischer und politisch-gesellschaftlicher Hinsicht

3.1. Toleranz in religionspolitischer Hinsicht:

Im Römischen Reich wurden Völker und ihre religiösen Anschauungen toleriert, wenn sie sich dem an sich multikulturellen und damit multireligiösen römischen Staat eingliedern ließen. Der römische Staat erwies sich im Allgemeinen als tolerant gegenüber allen Religionen und Kulturen und ließ diese gewähren, solange die Staatsräson nicht gefährdet schien. Auch das Judentum, eine ihrem Wesen nach intolerante Religion, war "erlaubte Religion" (religio licita, Tertullian, Apologie 21).

Dagegen galt das frühe Christentum seit Nero (vgl. Christenverfolgung 64 n. Chr.) bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts (immer wieder) als staatsfeindlich und unmenschlich, so dass es nicht "erlaubte Religion" war, sondern verschieden starken Repressionen ausgesetzt blieb. Durch das Mailänder Edikt (312 / 13 n. Chr.), einem Abkommen zwischen Konstantin und Licinus, wurde das Christentum zunächst "erlaubte Religion" (Religionsfreiheit) im Römischen Reich, schnell bevorzugte und schon bald unter Kaiser Theodosius (391 / 92 n. Chr.) Staatsreligion, die sich gegen heidnische Religionen wandte und auch Einschränkungen für Juden brachte. Aus dieser eingeleiteten Entwicklung folgte die Entstehung einer monolithischen christlichen Kultur im Abendland. Damit in Verbindung steht eine teils gewaltsame Verfolgung von Ketzern (Inquisition) und die zwangsmäßige Christianisierung Andersgläubiger.

3.2. Toleranz in kirchen- / konfessionspolitischer Hinsicht:

Der zumindest nach außen bestehende monolithische Block der abendländischen Kirche zerbrach in der Reformation. Luther verwarf Zwang in Glaubensfragen ("Von weltlicher Obrigkeit"). Die Folge der Reformation war, dass sich verschiedene Konfessionen in einem Staat gegenüberstanden, deren Zusammenleben geregelt werden musste. Um die politische Einheit des Reiches zu bewahren, gestand das Reich im Augsburger Religionsfrieden 1555 auf Reichsebene den Konfessionen Gleichberechtigung (Parität) zu. Im jeweiligen Territorium bestimmte der Landesherr die Konfession (cuius regio, eius religio). Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 wurden auch Bekenntnisse toleriert, die von der offiziellen Religion des Landes abwichen, ohne dass damit völlige Gleichheit erreicht worden wäre. Die Religions- und Glaubensfreiheit des Einzelnen wurde durch die Aufklärung betont (vgl. z. B. Religionspolitik Friedrich des Großen; Toleranzpatent Joseph II. von Österreich 1781, das den österreichischen Protestanten staatsbürgerliche Rechte und begrenzte Religionsfreiheit brachte; Religionsfreiheit als Menschenrecht in amerikanischer Verfassung von 1776). Das preußische Allgemeine Landrecht (1794) beinhaltete Religionsfreiheit für jeden Bürger, wobei die Förderung von Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften unterschiedlich ausfiel. Der moderne säkulare Staat der Gegenwart kennt keine Staatsreligion mehr, erhebt den Anspruch, weltanschaulich neutral zu sein — ohne diesen Anspruch auch immer zu erfüllen – , weiß sich für das Heil seiner Bürger nicht verantwortlich und ergreift in konfessionellen Auseinandersetzungen nicht Partei. Toleranz in dem Sinne, dass ein vom staatlichen Bekenntnis abweichender Glaube toleriert wird, gibt es nicht mehr. Der moderne Staat, der sich als weltanschaulich neutral versteht, will Religionsgemeinschaften gleich behandeln. Er gibt den Kirchen, aber auch anderen Religionsgemeinschaften, Gelegenheit zur öffentlichen Religionsausübung. Andererseits gewährt der moderne, weltanschaulich neutrale Staat das Recht zum Kirchenaustritt und kennt keinen Zwang zur Teilnahme an religiösen Veranstaltungen. Gegenwärtige Situation in Gesellschaft, Kirche und Theologie scheint zu sein, religiöse Ausschließlichkeitsansprüche als intolerant und inhuman zu disqualifizieren und als fundamentalistisch zu stigmatisieren (s.u.).

3.3. Toleranz in politischer Hinsicht:

Bereits der römische Staat hatte anerkannt, dass es politisch, weltanschaulich, religiös sich widerstreitende Meinungen gibt. Er ließ diese zu, solange nicht der Staat als gefährdet angesehen und der Kaiserkult nicht infrage gestellt wurde, wobei auch da Ausnahmen möglich waren (gegenüber dem Judentum). Der christlich gewordene römische Staat (ab 391 / 92 n. Chr.) und das mittelalterliche christliche Abendland kannten solche Toleranz nicht. Toleranz gab es erst seit der Aufklärung wieder, mehr jedoch in konfessioneller Hinsicht als in politischer, da in dieser vielfach der Staatsabsolutismus herrschend wurde, in welchem Einheit nicht mehr in derselben Konfession, sondern in der Person des Herrschers repräsentiert wurde, welcher keine Konkurrenz neben sich duldete. Der moderne demokratische Rechtsstaat ist ohne Toleranz nicht denkbar, ist gewissermaßen Ergebnis von Toleranz Toleranz gehört deshalb zu seinen Existenzregeln, an die sich die in ihm lebenden Menschen zu halten haben. Totalitärem Anspruch muss er sich widersetzen. Doch uferloser Pluralismus kann genauso Toleranz gefährden. Die Forderung nach Toleranz kann nicht unbegrenzt gelten. Die Folge kann leicht Intoleranz sein. Rigoroser >Fundamentalismus verträgt sich nicht mit einem modernen demokratischen Rechtsstatt, denn dieser ist auf Toleranz aufgebaut und fordert diese ein, welche rigoroser Fundamentalismus nicht leisten kann und auch nicht zu leisten bereit ist, da er sich sonst selbst aufgäbe. Christlicher Fundamentalismus fällt unter die Unverträglichkeit mit dem modernen demokratischen Rechtsstaat nicht (siehe die christliche fundamentalistische Bewegung in den USA, vor allem deren Anfänge 1910-1915 mit den 12 Bänden "The Fundamentals"), weil er das Liebesgebot kennt und deshalb trotz all seiner glaubensmäßigen Intoleranz die Person des Un- oder Andersgläubigen (der für ihn auch ein Ungläubiger ist) achtet. Es war das Christentum, das, womöglich in säkularisierter Form, den demokratischen Staat erst ermöglichte. Anders verhält es sich beim Islam, der seinem Wesen nach in der Art fundamentalistisch ist, dass er bei Andersgläubigen nicht die Achtung der Person kennt. Im Bereich des Islam gibt es auch keine demokratischen Rechtsstaaten. Seine Anhänger sind in demokratische Verhältnisse nicht integrierbar, was an den islamischen Minderheiten in demokratischen Staaten deutlich wird. Ihnen entgegengebrachter Toleranz wird mit Intoleranz begegnet, was die Frage aufwirft, ob es von einem demokratischen Staat überhaupt verantwortlich ist, hier Toleranz zu üben, da damit sein Bestand gefährdet wird und er um seines Erhaltes willen an dieser Stelle intolerant sein sollte. Wer in einem toleranten Staat leben will, ist zu einem gewissen Maß zu Toleranz verpflichtet. Es ist darauf hinzuweisen, dass das deutsche Grundgesetz (GG) den Begriff Toleranz nicht kennt. Das dürfte damit zusammenhängen, dass der Staat sich als Hüter der Toleranz versteht, die als gesellschaftlich-politische Grundeinstellung vorausgesetzt wird.

4. Religiöse Toleranz

4.1. Altes Testament: intolerant – 1. Gebot:

Durch das 1. Gebot des Dekalogs ist für Israeliten die Beteiligung an fremdreligiösen Kulten ausgeschlossen. Dass dies dennoch vorkam und in Israel eine synkretistische Mischreligion faktisch immer wieder herrschend wurde, davon legt das Alte Testament beredt Zeugnis ab (vgl. Richter, Königs- und Chronikbücher, Propheten). Das stand jedoch immer unter dem Nein Gottes und zog sich dessen Zorn und Strafe zu. Um den Abfall des Volkes Israel zu minimalisieren, können sogar fremde Kultstätten zerstört werden (vgl. 2. Mose 34,12 f.; 5. Mose 7,25; 12,2 f.; 2. Könige 23).

4.2. Neues Testament: intolerant – Missionsbefehl:

Das 1. Gebot ist durch das Neue Testament keineswegs abgeschafft. Vielmehr geht das Neue Testament davon aus, dass alles Heil an Christus, den Sohn Gottes, gebunden ist, weil "in keinem anderen ... das Heil" "ist", "durch den wir sollen selig werden" (Apg 4,12). Diese Ausschließlichkeit Gottes in Christus wird durch den Missionsbefehl (Mt 28,18-20) geltend gemacht. Intolerant ist christlicher Glaube in seiner >Offenbarung, doch lässt er Toleranz gegenüber der Person des Nichtchristen walten und achtet den Ungläubigen oder Andersgläubigen, den er für Christus gewinnen will. Dies geschieht in Geduld und gedrungen von der "Liebe Christi" (2. Kor 5,14) durch die Verkündigung (2. Kor 5,20). Gegenüber Irrlehren kennt der Apostel Paulus keinerlei Toleranz (2. Kor 11,4; Gal 1,8 f.; 1. Tim 6,3), wie er auch der Intoleranz der rechten Lehre gegenüber mit schneidender Intoleranz auftritt (2. Tim 4,3). Augustinus hat die Einstellung des Neuen Testaments zutreffend erfasst, wenn er davon schreibt, die Irrtümer seien zu vernichten, die Person aber zu lieben.

4.3. Luthers Toleranzverständnis:

Luther (1483-1546) ist bestrebt, das neutestamentliche Verständnis nachzuvollziehen. Er geht von der Toleranz Gottes aus, ohne die jeder Mensch unter dem Gericht Gottes zerbrechen müsste. Allein das Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit vermag ihn zu retten. Die aus dem Glauben sich ergebende Liebe kann weit sein, ohne dass dies dem Glauben schädlich wäre. Deshalb ist dann Toleranz der Liebe zuzuordnen, nicht dem Glauben (vgl. seinen Traktat "Von der Freiheit eines Christenmenschen", 1520). Damit wird der Nächste als Person ernst genommen, insofern hier "der Glaube durch die Liebe tätig ist" (Gal. 5,6). Dieses Verständnis widerspricht aber auch einem grenzenlosen Gewähren-Lassen und einer nicht erlaubten Kompromissbereitschaft in Glaubensfragen.

4.4. "Toleranzfähigkeit" der Religionen (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus):

Zunehmende Globalisierung und die Sehnsucht nach weltweitem Frieden lassen die Frage nach der "Toleranzfähigkeit" der Religionen aufkommen, zumal sich inzwischen, mit angeregt durch Hans Küngs ">Projekt Weltethos", die Ansicht auf breiter Basis durchgesetzt hat, ohne Religionsfrieden sei kein politischer Friede möglich. Bei diesen Überlegungen wird den drei großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum, Islam – nur geringe "Toleranzfähigkeit" zuerkannt. Sie sind Religionen, die auf "Rechtgläubigkeit" bestehen und erheben einen exklusiven Wahrheitsanspruch, insofern der Gott, den sie verehren, der einzige Gott für alle ist und deshalb keine Duldung anderer Götter erlaubt (vgl. 2. Mose 20,3: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir"; im AT und NT wird diese Exklusivität Gottes immer wieder betont). Dass der Islam Juden und Christen als Gläubige zweiter Klasse betrachten kann, ist und war recht theoretisch, insofern dies sie von den wirklichen Heiden, was ihre Beachtung anlangt, nicht groß unterscheidet und privilegiert. Auch wenn von einer friedlichen Koexistenz gesprochen wird, so ist diese, wenn der Islam in der stärkeren Position ist, zumeist nur möglich, wenn sich Juden und / oder Christen die Freiheit zur Ausübung ihres Glaubens (die immer noch sehr eingeschränkt bleibt) teuer erkaufen. Die religiöse Toleranz im Staat Israel ist zumindest Judenchristen gegenüber begrenzt. Weitaus größere "Toleranz-" und Integrationsfähigkeit wird den asiatischen Religionen Hinduismus und Buddhismus zugestanden, die auch auf westliche Bewohner, vor allem Intellektuelle, einen gewissen Reiz ausüben, weil sie auf die Wahrheitsfrage verzichten. Doch auch diese als friedlich angesehenen asiatischen Hochreligionen sind dies nicht, wie deren zunehmend intolerantes Verhalten gegenüber Anhängern anderer Religionen belegt.

5. Beurteilung der Toleranz

Um Toleranz richtig beurteilen zu können, ist zwischen Person- und Sachtoleranz (= inhaltliche Toleranz) zu unterscheiden. Zu denken ist auch an formale Toleranz, die andere Religionen theoretisch und praktisch aus unterschiedlichen Motiven (humanitären, politischen, wirtschaftlichen usw.) gewähren lässt, oder aber auch aus Gleichgültigkeit anderen gegenüber, wenn sich diese äußerlich angepasst verhalten und gut einfügen lassen. Mit Persontoleranz hat das aber nur bedingt zu tun. Für Christen ist solche formale Toleranz nicht denkbar, da diese auf die Wahrheitsfrage verzichtet und den anderen der Ruhe wegen oder aus Gleichgültigkeit im Unheil lässt. Das bekannte Diktum Augustins, die Person zu lieben, aber deren Irrtümer zu vernichten, drückt allem Anschein nach die Unterscheidung in Person- und Sachtoleranz (inhaltliche Toleranz) aus. Diese Unterscheidung ist wohl zutreffend, wenn auch die Schwierigkeit benannt werden muss, zwischen Person und Irrtum zu unterscheiden, da Irrtümer / Irrlehren mit Personen in Verbindung stehen und nicht so einfach getrennt werden können. Freilich gilt: Gott liebt den Sünder, aber er hasst die Sünde. Persontoleranz ist insoweit zu üben, dass die Person zu achten und selbst das irrende Gewissen noch zu schützen ist. Staatlich-politisches Handeln ist auf Persontoleranz angewiesen. Als Christen werden wir Andersgläubige und Ungläubige als Person achten, keineswegs ihren Glauben oder Unglauben oder ihre Ideologie. Vielmehr werden wir sie, weil die Liebe Christi uns drängt, für Christus zu gewinnen suchen, freilich mit seelsorgerlichem Gespür. Sachliche Toleranz ist nicht akzeptabel. Im Namen der Toleranz ist der biblische Standpunkt keinesfalls aufzugeben. Toleranz darf es nie auf Kosten der Wahrheit geben. Deshalb sind interreligiöse Gebetstreffen, die in Folge und im Geiste Assisis (1986) stattfanden und noch stattfinden, für Christen völlig inakzeptabel. Dasselbe gilt von Versuchen im Geiste des ">Projekts Weltethos". Zu widersprechen ist einem Toleranzverständnis, wie es etwa Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) in "Nathan der Weise" vertreten hat und das bis heute wirkt, in welchem die Wahrheit durch die ständige Suche nach Wahrheit ersetzt wird. Lessing vertritt ein Toleranzverständnis, das sich Fremdreligionen gegenüber als tolerant zeigt, der christlichen Überzeugung gegenüber sich aber als intolerant erweist (siehe wie Christen in "Nathan der Weise" dargestellt werden). Zu widersprechen ist auch der Vorstellung Gustav Menschings, der zwischen formaler und inhaltlicher Toleranz unterscheiden wollte und damit eine Kombination von formaler Toleranz und inhaltlicher Intoleranz für möglich hielt. Aber die Wahrheit ist als Inhalt nie ohne Form zu haben. Toleranz ohne eigene Gewissheit der Wahrheit führt zu indifferenter Haltung gegenüber der Wahrheit und ist am Mitmenschen uninteressiert. Schließlich ist darauf zu verweisen, dass es absolute Toleranz, die alles gleichermaßen gelten lassen will und jedem Wahrheitsanspruch widerspricht, nicht geben kann. Sie ist eine rein theoretische Konstruktion, die sich in der Praxis nicht durchführen lässt. Die Forderung, allem mit Toleranz zu begegnen, kann schnell in repressive Toleranz umschlagen, weil jeder erhobene Wahrheitsanspruch dem widerspricht und darin keinen Platz hat. Aber selbst wenn sich dies durchführen ließe, wäre es für Christen in keiner Weise akzeptabel, weil sie damit den Wahrheitsanspruch aufgeben müssten, den sie nicht aus sich haben, sondern der der Anspruch dessen ist, der von sich sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich" (Joh 14,6). An diesem Anspruch endet alle Toleranz

6. Zusammenfassung und praktischer Bezug

Toleranz (lat. tolerare = dulden) ist ein insbesondere im freimaurerischen und aufklärerischen Denken häufig gebrauchter Begriff. Er meint dort die Duldsamkeit in religiösen und ethischen Fragen und richtet sich insbesondere gegen den Absolutheitsanspruch irgendeiner Religion oder Lehre auf absolute Wahrheit. Toleranz-Denken in diesem Sinne steht damit im klaren Gegensatz zum Evangelium mit der Absolutheit Gottes und seines Sohnes Jesus Christus (vgl. 2. Mose 20; Joh 14,6; Apg 4,12 u.a.). Aus christlicher Sicht bietet sich eine Unterscheidung zwischen Sach- und Person-Toleranz an: Sach-Toleranz bedeutet Verwässerung und Auflösung der Wahrheit, während Person-Toleranz die Liebe zum Sünder und Irrenden einschließt, um ihn für Jesus zu gewinnen. Person-Toleranz soll also dazu dienen, dem Nächsten durch anteilnehmende und abholende Liebe den Weg zu Jesus Christus zu ebnen, während Sach-Toleranz den Weg zum Antichristen bahnt. Werden diese beiden Begriffe mit ihren unterschiedlichen Zielsetzungen nicht auseinandergehalten und wird einfach nur allgemein von "Toleranz" geredet, dann ist die Verwirrung komplett.
Nun werden heute Christen, die an Jesus Christus als
"dem Weg, der Wahrheit und dem Leben" (Joh 14,6)
festhalten, sehr schnell mit dem Stigma der "Intoleranz." belegt und in die Sekten-Ecke gestellt.
Sie gelten dann als "unbelehrbare Fundamentalisten" oder ähnliches, wobei man mit "Fundamentalist" Gewalt und Terror assoziiert, wie man ihn von manchen islamisch-fundamentalistischen Gruppen her gewohnt ist. Dass bibeltreue Christen, die ihren Glauben ernst nehmen, hingegen vom Gebot der Feindesliebe inspiriert sind (oder sein sollten), das in der Bergpredigt (Mt 5,43 ff.) steht, wird dabei verschwiegen.


Walter Rominger (1-5) / Lothar Gassmann (6)

Dienstag, 28. Oktober 2008

Was kann mir nützen?

Darauf sagte der Ausleger: "Komm herein! Ich werde dir zeigen, was dir nützen kann." Nachdem er seinen Diener angewiesen hatte, eine Kerze anzuzünden, bat er Christ, ihm zu folgen. Er führte ihn in ein privates Zimmer, wo er seinen Diener aufforderte, eine Tür zu öffnen. An der Wand dahinter erblickte Christ das Bild eines ehrwürdigen Mannes. Er hielt die Augen zum Himmel emporgerichtet; in der Hand hielt er das beste aller Bücher, und auf seinen Lippen war das Gesetz der Wahrheit geschrieben. Die Welt lag hinter seinem Rücken. Er stand da, als ob er beschwörend auf jemanden einredete, und über seinem Kopf hing eine goldene Krone.


"Was bedeutet das?" fragte Christ.


Ausleger: "Der Mann, dessen Bild du siehst, ist einer aus tausenden; er kann Kinder zeugen, sie unter Schmerzen gebären, und sie selbst nähren, wenn sie geboren sind. Und siehst du, wie er seine Augen zum Himmel aufhebt, wie er das beste aller Bücher in der Hand hält und wie das Gesetz der Wahrheit auf seinen Lippen geschrieben ist? Das soll dir zeigen, daß es seine Aufgabe ist, verborgene Dinge zu erkennen und sie den Sündern zu offenbaren. Deshalb siehst du ihn auch so dastehen, als ob er beschwörend auf Menschen einredete. Und die Welt hinter seinem Rücken und die Krone, die über seinem Kopf hängt, sollen dir zeigen, daß er die gegenwärtigen Dinge wegen der Liebe zum Dienst für seinen Meister verachtet und verabscheut, weil er sicher ist, in der kommenden neuen Welt einen herrlichen Lohn dafür zu bekommen. Dieses Bild", sagte der Ausleger, "habe ich dir zuerst gezeigt, weil der Mann, den es darstellt, der einzige ist, dem der Herr jenes Ortes, zu dem du gehst, die Vollmacht gegeben hat, dein Führer an allen schwierigen Stellen zu sein, auf die du unterwegs stoßen magst. Vergiß also nicht, was ich dir gezeigt habe, und denke an das, was du gesehen hast, falls du unterwegs Leute triffst, die vorgeben, dich richtig zu führen, obwohl ihr Weg hinab in den Tod führt."


John Bunyan: Pilgerreise (ca. 1680)

Ich bat

























Ich bat um Stärke,
aber Er machte mich schwach, damit ich Bescheidenheit und Demut lernte.

Ich erbat seine Hilfe, um große Taten zu vollbringen,
aber Er machte mich kleinmütig, damit ich gute Taten vollbrächte.

Ich bat um Reichtum, um glücklich zu werden.
Er machte mich arm, damit ich weise würde.

Ich bat um alle Dinge, damit ich das Leben genießen könne.
Er gab mir das Leben, damit ich alle Dinge genießen könne.

Ich erhielt nichts von dem, das ich erbat -
aber alles, was gut für mich war.

Gegen mich selbst wurden meine Gebete erhört.

Ich bin unter allen Menschen
ein gesegneter Mensch.


(Ein unbekannter Soldat)


A study of biblical typology
























A Study of Biblical Typology


November 3, 1999
by Wayne Jackson

One of the most fascinating areas of Bible study is that of typology – the study of Scripture “types.” Few Christians have made any sort of in-depth investigation of biblical types. As a matter of fact, this field of study has fallen into disrepute in recent years and this can probably be accounted for on two bases:

First, the extravagant speculations of earlier typologists have left a bad taste for the study in the minds of many; they feel it has been discredited.

Second, the spirit of religious liberalism has silently assaulted the thinking of some. They thus tend to dismiss the supernatural elements of the Scriptures, and since typology relates to prophecy, it has been similarly discarded. The Bible itself, however, makes it quite clear that “types” are a vital component of Jehovah’s redemptive plan.

The Term Defined

Exactly what is a type? Theologically speaking, a type may be defined as “a figure or ensample of something future and more or less prophetic, called the ‘Antitype’” (E. W. Bullinger, Figures of Speech Used in the Bible, p. 768).

Muenscher says a type is “the preordained representative relation which certain persons, events, and institutions of the Old Testament bear to corresponding persons, events, and institutions in the New” (quoted in: M. S. Terry, Biblical Hermeneutics, p. 246).

Wick Broomall has a concise statement that is helpful. “A type is a shadow cast on the pages of Old Testament history by a truth whose full embodiment or antitype is found in the New Testament revelation” (Baker’s Dictionary of Theology, p. 533).

We would, in summary, suggest the following definition, which we paraphrase from Terry. A type is a real, exalted happening in history which was divinely ordained by the omniscient God to be a prophetic picture of the good things which He purposed to bring to fruition in Christ Jesus.

New Testament Terms

There are several words used in the Greek New Testament to denote what we have just defined as a type. First, there is the term tupos (the basis of our English word “type”). Though this word is variously employed in the New Testament, it is certainly used in our present sense in Romans 5:14 where Paul declares that Adam “is a figure (tupos) of him that was to come”, i.e., Christ.

Second, there is the word skia, rendered “shadow.” In Colossians 2:17, certain elements of the Mosaic system are said to be “a shadow of the things to come” (cf. Heb. 8:5; 10:1).

Third, there is the term hupodeigma, translated “copy,” and used in conjunction with “shadow” in Hebrews 8:5 (cf. Heb. 9:23).

Fourth, the Greek word parabole (compare our English, “parable”) is found in Hebrews 9:9, where certain elements of the tabernacle are “a figure for the present time” (cf. Heb. 11:19).

Finally, one should note the use of antitupon, rendered “figure” (KJV) or “pattern” (ASV) in Hebrews 9:24, and “like figure” (KJV) or “true likeness” (ASV) in I Peter 3:21. This word, as used in the New Testament, denotes “that which corresponds to” the type; it is the reality which fulfills the prophetic picture.

Avoiding Extremism

One must be very cautious in his study of Bible types. There are some dangerous extremes to be avoided. On the one hand, as indicated earlier, some deny the use of biblical types altogether. Obviously, this is a radical view contrary to the teaching of the Bible itself.

Others, though, feel that the use of types in the Scriptures is quite limited. Accordingly, one can only identify a type when the New Testament specifically does so. This is an extreme position. If one followed a similar line of reasoning, he might assert that there are no prophecies in the Old Testament save those which are specifically quoted in the New Testament.

Still another extreme is the notion that virtually every little detail of the Old Testament system was typical of some New Testament circumstance. Thus, even the cords and pegs of the tabernacle were seen by some commentators as representing significant
antitype New Testament truths. The truth is to be found between these extremes.

There are several interpretative principles that one should keep in mind as he begins a study of this subject.


  1. It must be recognized that types are grounded in real history; the people, places, events, etc. were deliberately chosen by God to prepare for the coming of the Christian system. An old writer has wonderfully described it:

    “God in the types of the last dispensation was teaching His children their letters. In this dispensation He is teaching them to put the letters together, and they find that the letters, arrange them as they will, spell Christ, and nothing but Christ.”
  2. It must be clear (on the basis of reasonable evidence) that the type was designed by God to preview its fulfillment in the New Testament.
  3. There is a graduation from type to antitype; of the lesser to the greater; from the material to the spiritual; the earthly to the heavenly.
  4. One must distinguish what is essential in the type and what is merely incidental. A failure to do this can lead to some serious errors. Broomall notes, for example, that “Jonah’s expulsion from the great fish typifies Christ’s resurrection (Matt. 12: 40); but Jonah’s restoration to the land does not necessarily typify Israel’s restoration to Palestine” (Baker’s Dictionary of Theology, 534).

We are now ready to consider several different categories of Old Testament types.

Typical Persons

A number of Old Testament people, due to some character or relation which they sustain in redemptive history, serve as types.


  1. Adam is a type of Christ in that as the former introduced sin into the world, even so, through the latter a system of righteousness was made available for mankind (Rom. 5:19).
  2. Melchizedek, who was both king of Salem and a priest of God – at the same time (Gen. 14:18-20), was a type of Christ – who, at his ascension, began to reign on David’s throne and to simultaneously function as our high priest (cf. Psa. 110:4; Zech. 6:12,13; Heb. 5:5-10; 6:20; 7:1-17). This point, incidentally, is disastrous for millennialism. If Christ is not yet king (as premillennialism asserts), then he is not yet a priest and we are yet in our sins!
  3. Moses, in his noble role of prophet, leader, and mediator for Jehovah’s people, was typical of the Lord Jesus who functions in a similar, though more exalted, capacity (cf. Deut. 18:15; Acts 3:22; 1 Cor. 10:2; Gal. 3:27; Gal. 3:19; 1 Tim. 2: 5).

Typical Places

Several prominent places emphasized in the Old Testament appear to have a typical significance. Egypt represents a state of bondage such as holds the sinner prior to his conversion (Gal. 4:2; Rom. 6:17; 1 Cor. 10:lff); Jerusalem or Zion typifies the church and finally heaven (cf. Gal. 4:25,26; Heb. 12:22; Rev. 21:2); and Babylon, which held God’s people captive in the Old Testament, pictures the condition of an apostate church that has departed from the simplicity of the New Testament pattern (Rev. 11:8; 14:8; 16:19; 17:5; 18:2ff).

Typical Things

Certain Old Testament objects preview New Testament truths. For example, Jacob’s ladder, with the angels ascending and descending upon it (Gen. 28:12), apparently pictured Christ (cf. John 1:51), who provides both communication from the Father (John 1:18; Heb. 1:1-2) and access to heaven (John 14:6).

The brazen serpent, lifted up in the wilderness, through which the people found physical healing (Num. 21:8) was a type of the lifted-up Christ (John 3: 14; 12:32), through whom spiritual healing comes (Isa. 53:5).

As indicated earlier, the tabernacle and many of its features were typical of the present time (cf. Heb. 9:8-9). As the tabernacle was designed to be a “house of God,” and since He is “Lord of heaven and earth” (Acts 17:24), it was proper that the tabernacle be composed of two compartments; one representing God’s heavenly dwelling place and the other His earthly dwelling place. Accordingly, the Most Holy Place of the tabernacle represented Heaven (Heb. 6:19,20; 9:8,24), while the Holy Place was a type of the church (Acts 15:16,17; 1 Cor. 3:16; I Tim. 3:15).

Typical Events

Several Old Testament events seem to represent things to come. The creation of light on the first day of Earth’s history (Gen. 1:3) suggests the coming brilliant illumination of the gospel of Christ (cf. 2 Cor. 4:6).

The Flood of Noah’s day (Gen. 6-8) typified the sudden destruction of the world yet to come at the end(Matt. 24:37-39).

The miraculous water from the rock in the wilderness (Ex. 17:6) was a preview of the life-sustaining water provided by our Lord (John 4:14; 1 Cor. 10:4).

The manna from heaven in the wilderness (Ex. 16:14-16) was a type of that spiritual Bread who came down from heaven to nourish humanity (John 6:32).

The deliverance of Noah’s family from a corrupted world, by means of “water,” prefigured our salvation, through baptism, from the power of darkness into the kingdom of Christ (cf. I Pet. 3:20-21; Col. 1:13).

Typical Offices

There were three offices in the Old Testament characterized by an anointing. Prophets (I Kings 19:16), priests (Ex. 28:41), and kings (I Sam. 10:1) were anointed in anticipation of the coming of the Anointed One (cf. Dan. 9:25,26) who is Prophet (Acts 3:22), Priest (Heb. 3:1), and King (Rev. 17:14).

We too, as Christians, have an anointing from God (2 Cor. 1: 21) and we function as prophets (not miraculously, but simply as “forth speakers” of the Word of God – cf. I Cor. 11:4,5), priests, and kings (cf. I Pet. 2:9; Rev. 1:6). The anointings of the Old Testament thus prefigured both the work of Christ and our service to Him.

Typical Actions

Certain ceremonial actions of the Old Testament system typified the atoning work of the Messiah. For instance, on the annual Jewish day of Atonement, amidst numerous other rituals, the High Priest presented two goats before the door of the tabernacle. After the casting of lots upon these animals, one was sacrificed as a “sin-offering” and the other was “set alive before Jehovah” (Lev. 16:9,10).

The blood of the slain goat was taken into the Most Holy Place where it was sprinkled upon the Mercy Seat. This, of course, was typical of the sacrificial death of Christ (Heb. 9:11,12). The High Priest then took the living goat, laid hands upon him and confessed over him all the iniquities of the people. Subsequently, by an appointed servant, the animal was led away into the wilderness (Lev. 16:21,22).

The two goats were, so to speak, two sides of the same coin; both constituted the solitary offering of Christ. The one signified his death and the atoning effect of his blood; the other his resurrection (cf. Rom. 4:25) and the complete removal of our sins (cf. Isa. 53:4,6; John 1:29).

Note also the similar ceremony in connection with the cleansing of the leper (Lev. 14:4-7). Two birds were selected; one was killed, and the other was dipped in its blood and let loose alive.

Typical Institutions

Many institutions of the Old Testament era were prophetic shadows of good things to come. The Passover, for instance, with its spotless lamb (Ex. 12:5) which was slain “between the two evenings” (12:6, ASVfn), i.e., between 3:00 and 5:00 P.M., without any bones being broken (12:46). It was a type of the death of Jesus (cf. I Cor. 5:7), who was without spot or blemish (I Pet. 1:19), who died at about 3:00 P.M. (Matt. 27:46), and who had none of his bones broken (John 19:33ff).

The feast of the firstfruits (Lev. 23:10), i.e., Pentecost, was a celebration in which the initial produce of the harvest was offered to God as a token of the full crop to follow. This ritual typified:


  1. the early influx of the Jews into the church of Christ (Rom. 11:16); and,
  2. the resurrection of the Lord Jesus as God’s pledge of the general resurrection to ultimately come (I Cor. 15:20, 23).

The feast of the tabernacles was instituted to commemorate Israel’s sojourn in the wilderness (Lev. 23:43). But it was also designed to remind us that we are but sojourners on this earth (I Pet. 2:11), and that someday we will lay aside this earthly tabernacle (2 Cor. 5:1; 2 Pet. 1:13,14) for a more permanent abiding place (cf. Heb. 11:9-13).

There are numerous other Old Testament types which cannot be discussed in the scope of this brief study. Surely, though, the reader can see from this limited survey what a thrilling area of biblical investigation this can be. Yes, it must be approached with judicious caution, but abuses should not deter the careful student from exploring such rich material. God intended for us to learn valuable lessons from Bible typology.

Note Paul’s statement after discussing the experiences of Israel in the wilderness of Sinai. “Now these things were our examples (tupoi), to the intent we should not lust after evil things, as they also lusted” (I Cor. 10:6; cf. 10:11).

May we truly attempt to learn the lessons of those pictures – those “visual aids” – which Jehovah incorporated into the text of his divine volume.

Max Planck spricht


Max Planck: "Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden.

Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich.

Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott! Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie." (1)

Max Planck (1937, S. 331/332): "Im Gegensatz dazu [der Methodik des religiösen Menschen] ist für den Naturforscher das einzig primär Gegebene der Inhalt seiner Sinneswahrnehmungen und der daraus abgeleiteten Messungen. Von da aus sucht er sich auf dem Wege der induktiven Forschung Gott und seiner Weltordnung als dem höchsten, ewig unerreichbaren Ziele nach Möglichkeit anzunähern. Wenn also beide, Religion und Naturwissenschaft, zu ihrer Betätigung des Glaubens an Gott bedürfen, so steht Gott für die eine am Anfang, für die andere am Ende alles Denkens. Der einen bedeutet er das Fundament, der anderen die Krone des Aufbaus jeglicher weltanschaulicher Betrachtung." (2)

S. 332: "Religion und Naturwissenschaft - sie schließen sich nicht aus, wie manche heutzutage glauben oder fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Wohl den unmittelbarsten Beweis für die Verträglichkeit von Religion und Naturwissenschaft auch bei gründlich-kritischer Betrachtung bildet die historische Tatsache, daß gerade die größten Naturforscher aller Zeiten, Männer wie Kepler, Newton, Leibniz von tiefer Religiosität durchdrungen waren."

(1) Quelle: Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Abt. Va, Rep. 11 Planck, Nr. 1797.

(2) Dieses Zitat sowie fast alle folgenden Zitate (mit Ausnahme von (4)) aus: Max Planck (1949): Vorträge und Erinnerungen. S. Hirzel Verlag Stuttgart. Die Jahreszahlen beziehen sich auf das Jahr, in welchem der jeweilige Vortrag gehalten wurde, die Seitenzahlen aber auf das soeben genannte Buch.

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Montag, 27. Oktober 2008

Tod...Himmel...Hölle...












Die meiner Erkenntnis nach beste biblische Ausführung dazu findet sich auf
www.glaube.org

Die Wahrheit über Karl Marx
























Marx schrieb:

“Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks ... Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.” (Karl Marx und Friedrich Engels, “Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie”, MEGA, I,i (1), 607-608)

In seiner frühen Jugend hat Karl Marx zumindest viel intellektuelles Wissen über das Christsein gesammelt. In seinem Religions-Abituraufsatz schrieb er:

“So besteht die Vereinigung mit Christo aus der innigsten, lebendigsten Gemeinschaft mit ihm darin, dass wir so von Christi Liebe durchdrungen sind, dass wir unser Herz zugleich den Brüdern zuwenden, die er inniger mit uns verbunden und für die er sich auch geopfert hat.”

“In seinem letzten Zeugnis auf dem Gymnasium stand folgendes unter “Religionserziehung”: “Seine Kenntnisse des christlichen Glaubens und der moralischen Grundsätze ist klar und sehr fundiert.” “ (rwm 12) (Karl Marx, “Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung”, MEGA, I, i (2), 182-183)

Irgendwann und irgendwie geschah während seines Studiums eine mysteriöse Veränderung in seiner inneren Haltung. Er schrieb an seinen Vater:

“Ein Vorhang war gefallen, mein Allerheiligstes zerrissen, und es mussten neue Götter hineingesetzt werden.” (rwm 20)

Welcher Art die neue Religion war, der Marx nun diente, drückt sich in einem Gedicht aus, das er in dieser Zeit verfasste:

“Einen Thron will ich mir auferbauen, kalt und riesig soll sein Gipfel sein, sein Bollwerk sei ihm übermenschlich Grauen, und sein Marschall sei die düst’re Pein! Wer mit gesundem Auge darauf sieht, soll tödlich blass und stumm sich wenden, von blinder, kalter Sterblichkeit ergriffen, soll das Glück sein Grab bereiten.” (Karl Marx, “Des Verzweifelnden Gebet”)

Es ist vielleicht kein Zufall, dass Bakunin, der eine Zeitlang einer seiner engsten Freunde war, schrieb:

“Man muss Marx verehren, damit man von ihm geliebt wird. Man muss ihn zumindest fürchten, damit man von ihm akzeptiert wird ... Marx ist extrem stolz, bis hin zu Gemeinheit und Wahn.” (rwm 13)

In seinem Gedicht “Oulanem”, dessen Titel eine für Satanisten typische Verdrehung von “Immanuel=Gott ist mit uns” darstellt, schreibt Marx, den manche fälschlich für einen Menschenfreund halten:

“Doch dich, dich personifizierte Menschheit fassen meine Jugendarme, sie klammern krampfhaft sich um deine Brust, der Abgrund gähnt uns beiden Nacht herauf, und sinkst du unter, lächelnd folg’ ich nach, und raun’ dir zu, hinab! Kommt mit, Genosse!” (rwm 16)

Marx war nicht ohne Religion - er war GEGEN Gott:

“Ich will mich an dem Einen rächen, der dort oben herrscht.” (“Des Verzweifelnden Gebet”, rwm 18)

Karl Marx bildete mit Bakunin die Erste Internationale. Bakunin’s Einstellung geht aus seinen folgenden, eigenen Worten hervor:

“Sozialisten erkennen sich an den Worten: “Im Namen dessen, dem ein großes Unrecht angetan worden ist. Der Teufel ist der erste Freidenker und Heiland der Welt. Er befreit Adam und drückt ihm das Siegel der Menschlichkeit und Freiheit auf die Stirn, indem er ihn ungehorsam macht.” (rdm 26)

“Alle aktiven Satanisten haben ein zerrüttetes Privatleben. Dies trifft auch für Marx zu. Arnold Künzli berichtet in seinem Buch “Karl Marx”:


Eine Psychographie von diesem Leben, das zum Selbstmord von zwei Töchtern und einem Schwiegersohn führte. Drei Kinder starben an Unterernährung. Seine Tochter Laura, die mit dem Sozialisten Lafargue verheiratet war, verlor drei ihrer Kinder. Dann begingen beide Selbstmord. Seine Tochter Eleanor beschloss ebenfalls, gemeinsam mit ihrem Mann aus dem Leben zu scheiden. Sie starb. Er machte in letzter Minute einen Rückzieher.
Marx fühlte sich nicht verpflichtet, den Lebensunterhalt für seine Familie zu verdienen, obwohl ihm das zumindest aufgrund seiner ungeheuren Sprachkenntnisse nicht schwergefallen wäre. Er lebte vom Betteln bei Engels. Er hatte ein uneheliches Kind mit seinem Dienstmädchen. Später schob er das Kind Engels zu, der diese Komödie mitspielte. Er war aber auch ein starker Trinker.” (rwm 31)

Rolv Heuer beschreibt die verheerende finanzielle Lebensweise von Marx in “Genie und Reichtum”.

"Als er Student in Berlin war, erhielt der Sohn von Papa Marx 700 Taler als jährliches Taschengeld. Das war eine enorme Summe, da zu jener Zeit nur fünf Prozent der Bevölkerung ein Jahreseinkommen von über 300 Talern hatte. Im Laufe seines Lebens erhielt Marx von Engels ungefähr sechs Millionen französische Francs (Zahlen aus dem Marx-Lenin-Institut). Er war ständig hinter Erbschaften her. Während ein Onkel von ihm im Sterben lag, schrieb Marx:

“Stirbt der Hund jetzt, so bin ich aus der Patsche heraus.”
Worauf Engels antwortete:
“Zu der Nachricht von der Krankheit des alten Braunschweiger Erbschaftsverhinderers gratuliere ich und hoffe, dass die Katastrophe endlich eintreten wird”.” (rwm 33)

“Des weiteren war die Beziehung zwischen Marx und seiner Frau denkbar schlecht. Sie verließ ihn zweimal, kehrte jedoch beide Male zurück Er seinerseits ging nicht einmal zu ihrer Beerdigung. Immer in Geldnöten, verlor er viel Geld an der Börse; dort wusste er, der Wirtschaftswissenschaftler, nur, wie man verliert.” (rdm 33)


An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen! Matthäus 7:15ff

Marx’ Leben verbreitete Armut, Tod und Verderben, angefangen von seiner eigenen Familie bis hin in alle Völker, die seinen Worten Glauben schenkten. Er war ein falscher Prophet, daran gibt es keinen Zweifel. Nicht einmal er selbst bezweifelte das:

“Soweit ich weiß, ist Marx der einzige namhafte Autor, der seine eigenen Bücher jemals “Scheiße” und “schweinische Bücher” genannt hat. Er setzt seinen Lesern bewusst Schmutz vor.” (swm 19)

Engels, Marx und die moderne Theologie

Engels war in einer pietistischen Familie aufgewachsen. In seiner Jugend hatte er wunderbare christliche Gedichte geschrieben. Nachdem Engels das Buch des liberalen Theologen Bruno Bauer gelesen hatte, begann er an seinem christlichen Glauben zu zweifeln. In seinem Herzen begann ein großer Kampf. In jener Zeit schrieb er:

“Ich bete täglich, ja fast den ganzen Tag, um Wahrheit, habe es getan, sobald ich anfing zu zweifeln, und komme doch nicht zu eurem Glauben zurück ... Die Tränen kommen mir in die Augen, indem ich dies schreibe.”

Engels fand den Weg zu Gottes Wort nicht mehr zurück und schloss sich demjenigen an, den er selbst als “Ungeheuer, das von Tausenden von Teufeln besessen ist” bezeichnete. Er hatte eine Gegenbekehrung erfahren. (rwm 34-35)

Der Theologe BRUNO BAUER

Was für ein Mensch war Bruno Bauer, der liberale Theologe? ... Bauer schrieb an seinen Freund Arnold Ruge, der auch ein Freund von Marx und Engels war, am 6.Dezember 1841:

“Ich halte hier an der Universität Vorlesungen vor einer großen Zuhörerschaft. Ich erkenne mich nicht mehr, wenn ich meine Lästerungen von der Kanzel herunterspreche. Sie sind so großartig, dass sich diesen Kindern, die niemand verletzen sollte, die Haare sträuben. Während ich diese Gotteslästerungen verkünde, denke ich daran, wie ich zu Hause fromm dasitze und eine Rechtfertigung der Heiligen Schrift und der Offenbarung schreibe. Jedenfalls ist es ein schlimmer Dämon, der mich immer dann befällt, wenn ich die Kanzel betrete, und ich bin so schwach, dass ich ihm nachgeben muss ... Mein Geist der Lästerung ist erst zufrieden, wenn ich die Erlaubnis bekomme, öffentlich als Professor eines atheistischen Systems zu predigen.” (rdm 35)

Man beachte, dass dieser “Theologe” in Beschreibung seiner eigenen Person folgende Worte in den Mund nimmt:

Lästerungen - Gotteslästerungen - schlimmer Dämon - Geist der Lästerung

Gleichzeitig schrieb er fromme Werke. Da beginnt man zu verstehen, warum Jesus so heftig vor dieser Art von Menschen warnte (Matthäus 23; Lukas 12:1). Nachdem die “moderne Theologie” den Weg bereitet hatte, wurde Engels eine leichte Beute:

MOSES HESS

Der Mann, der Engels überredete, Kommunist zu werden, war derselbe Moses Hess, der auch schon Marx überzeugt hatte. Hess schreibt nach dem Treffen mit Engels in Köln:

Er verließ mich als überreifriger Kommunist. So schaffe ich Verwüstung. (rwm 35-36)

“Ich schaffe Verwüstung.” War das das Hauptziel in Hess’ Leben? (rwm 35-36

Engels Meinung von Marx

Engels schrieb nach seiner Begegnung mit Marx über ihn:

“Wer jagd hinterdrein mit wildem Ungestüm? Ein schwarzer Kerl aus Trier (Marx’ Geburtsort), ein markhaft Ungetüm. Er gehet, hüpfet nicht, er springet auf den Hacken und raset voller Wut, und gleich, als wollt er’s packen das weite Himmelszelt und zu der Erde ziehn, streckt er die Arme sein weit in die Lüfte hin, geballt die böse Faust, so tobt er sonder Rasten, als wenn ihn bei dem Schopf zehntausend Teufel fassten.”


LITERATURANGABE:

Richard Wurmbrand:
“Das andere Gesicht des Karl Marx” (140 Seiten)
Stephanus Edition Verlags GmbH 1986
ISBN 3-921213-15-0
Alle Zitate sind dort mit Quellenangabe versehen.


Autor dieses Artikels: Armin Held

Darwins wahre Botschaft



















Darwins wahre Botschaft - haben Sie die übersehen?
von Carl Wieland

Der bekannte Professor Stephen Gould von der Harvard University, USA, ist ein entschiedener Gegner der Schöpfungslehre (und ein Marxist) ; vielleicht ist er der beste Kenner der Geschichte des Evolutionsgedankens und aller Dinge aus dem Darwinschen Umfeld.

Ich bin froh, dass er und ich wenigstens über eine Sache die gleiche Auffassung haben - nämlich über die wahre Bedeutung von ‚Darwins Revolution.' Und wir stimmen auch darin überein, dass heute - etwa eineinhalb Jahrhunderte nach Darwin - die große Mehrheit der Menschen überall auf der Welt gar nichts davon wissen will. Gould stellt fest, dass Darwins Lehre ohne Plan, ohne Ziel und ohne Zweck ist - anders gesagt, sie ist reiner philosophischer Materialismus. Darwin selbst wusste das auch sehr gut und meinte es auch so.

Mit ‚Materialismus’ meint er nicht den Drang, mehr und noch mehr materielle Dinge zu besitzen, sondern den Glauben, dass Materie die einzige Realität ist. In diesem Glaubenssystem entstehen aus Materie, die man sich selbst überlässt, alle Dinge und auch das menschliche Gehirn. Dieses Gehirn erfand dann die Idee des Übernatürlichen, von Gott, vom ewigen Leben und so weiter.

Es ist naheliegend, dass Christen, die mit der Evolutionslehre einen Kompromiss schließen möchten und besonders solche, die andere ebenfalls dazu ermutigen, diese Auffassung nicht als die wahre Bedeutung des Darwinismus hinnehmen wollen. Solche ‚theistischen Evolutionisten’ glauben, sie könnten das ‚Baby’, die Evolution, akzeptieren (und so ihr Gesicht vor der Welt wahren), während sie das ‚Badewasser’, den Materialismus, ausgießen. Ich will hier nicht auf die vielen Gründe eingehen, warum die Idee der Evolution und der langen geologischen Zeitalter so zersetzend auf das biblische Evangelium einwirkt (selbst, wenn die Evolution als Plan und Ziel von einem ‚Gott’ gesehen werden könnte).

Mein Ziel ist es (entsprechend dem von Gould, nur mit einem anderen Motiv), die Leute auf diesen sehr verbreiteten gedanklichen blinden Fleck hinzuweisen, damit sie aufwachen und merken, was Darwin wirklich meinte. Warum ist es wahr, wie Gould auch aufzeigte, dass sogar die große Mehrheit der evolutionsgläubigen Nicht-Christen nichts von der totalen Planlosigkeit von Darwins Lehre wissen will? Weil sie sich dann nicht länger mit dem Gefühl trösten kann, dass es irgendeine Art von Plan und Ziel in unserem Leben gibt.

Diese Mehrheit glaubt meist verschwommen (zugleich mit dem Glauben an die Evolution) an eine Art von unklarem, ätherischem, ausstrahlendem Gotteswesen - ähnlicher dem ‚die Kraft ist mit dir’ aus dem ‚Raumschiff Enterprise’ als dem persönlichen Gott der Bibel. Üblicherweise findet sie dann etwas Trost in einem unklaren Glauben zumindest an die Möglichkeit irgendeiner Art von Leben nach dem Tod; das erklärt den Erfolg der englischen Kinofilme ‚Flatliners’ und ‚Ghost’.

Gould scheint diese üblichen Ansichten als unglückliche, unlogische und unnötige Entgleisungen zu bedauern. Er geht natürlich von der Ansicht aus, dass die Evolution real ist. Er kennt die wahre Botschaft von Darwin , dass ‚da draußen nichts ist - es gibt nur Organismen, die darum kämpfen, ihre Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Das ist alles.’ Es ist demnach Zeit für die Leute, ihre tröstenden Märchen aufzugeben und sich über die materialistische Bedeutung der Evolution klar zu werden.

Ich betrachte solche Annahmen (vom kosmischen Ziel in einer darwinistischen Welt, vom Leben nach dem Tod ohne Glauben an die Existenz des heiligen Gottes der Bibel) aus mehreren Gründen als traurige Hirngespinste. Sie führen die Menschen weg von den lebenswichtigen Wahrheiten der Schrift, von den Tatsachen, die uns der Schöpfer des Universums mitgeteilt hat. Es ist auch tragisch, dass bekennende Christen verleitet werden können, eine Philosophie (die Evolution) gut zu heißen, die von Grund auf dem wahren Kern des Christentums entgegengesetzt ist und die so viel Unheil in Kirche und Gesellschaft angerichtet hat.

Auf der Leiter nach oben

Die Evolutionsgläubigen aus allen Bildungsschichten neigen dazu, in Darwins Botschaft eine Weiterentwicklung zu höheren Stufen zu sehen; das ist für Professor Gould der Beweis für den überwältigenden Wunsch, Zweck und Plan in der Planlosigkeit der Evolution zu erkennen. Die Evolution wird üblicherweise als Leiter nach oben oder so ähnlich illustriert (sogar auf dem Umschlag einiger Übersetzungen von Stephen Gould, sehr zu seinem Ärger).

Warum ist das so?

Denken Sie an folgendes: Wenn das Evolutionsscenario wahr ist, dann trat der Mensch erst am Ende einer unaussprechlich langen Kette von Ereignissen auf. Er trat erst auf, nachdem 99,999% der Geschichte des Universums vergangen waren. Nachdem das Leben erschien, kam es in zwei Dritteln seiner Geschichte nicht über das Stadium der Bakterien hinaus, und für die Hälfte der restlichen Zeit blieb es beim einzelligen Stadium! Als Ausweg aus diesen offensichtlichen Ergebnissen (damit ist gemeint, dass in solchem evolutionären Universum das Auftreten des Menschen keinen Sinn hat und er nur zufällig dazukam), musste unsere Kultur, so argumentiert er, diese riesigen Zeiträume als eine Art Vorbereitungszeit für das mögliche Erscheinen des Menschen ansehen. Diese Auffassung ist brauchbar, wenn man an die Idee von der Weiterentwicklung zu höheren Stufen glaubt. Das Universum und dann die Organismen wurden immer ‚besser und besser’, bis wir schließlich auftraten.

Die Zerstörung des Mythos

Es gibt jedoch keinen Hinweis auf diese populäre Mythologie von ‚Evolution als Weiterentwicklung’ in Darwins ‚großartiger Idee.’ Die Veränderungen geschehen zufällig. Jene Organismen, die zufällig entstehen, weil sie ihrer Umgebung besser angepasst sind und deshalb eine bessere Chance haben, ihre Gene an die nächste Generation weiterzugeben, sind durch die natürliche Selektion begünstigt. Das ist alles. Dieser Theorie zufolge ist die Giraffe, die einen längeren Hals entwickelt, keine bessere Giraffe - nur eine mit längerem Hals. Bei gewissen Veränderungen in der Umwelt kann der längere Hals genauso leicht ein Nachteil sein. Somit ist es auch keineswegs ‚unvermeidlich’, dass Menschen oder intelligente denkende Wesen auftreten. Ich möchte zu Goulds Kommentaren meine Meinung hinzufügen, dass der Glaube an die Evolution als ‚vorwärts und aufwärts’ gerichtete Kraft, die erst zu uns und dann notwendigerweise auch zu größerer Intelligenz führt, viele Evolutionsanhänger so sicher macht, dass irgendwo da draußen intelligente Außerirdische sein müssen.

Radikal

Aber geht Gould nicht ein bisschen weit mit der Annahme, dass Darwin wusste, wie radikal antigöttlich seine Philosophie war? War er nicht doch ein liebenswürdiger, trotteliger Naturforscher, der gerade zur rechten Zeit am rechten Ort war und der durch das überzeugt wurde, was er auf den Galapagosinseln sah ?

Total falsch! Wenn das, was folgt, zu reaktionär klingt, dann denken Sie daran, dass Gould (zweifellos ein intellektueller Riese, der sehr sorgfältig recherchiert hat) mit seinen Ansichten nicht allein steht, und dass er Zugang zu unveröffentlichten Notizbüchern von Darwin aus der Zeit hatte, als Darwin ein junger Mann war. Daraus geht Folgendes hervor:

1. Der Mythos von dem ‚liebenswürdigen, schwerfälligen Naturforscher, der zufällig auf die Evolution stieß, wurde durch eine Autobiographie gefördert, die Darwin für seine Kinder als Moralpredigt schrieb, in der er sich selbst bescheiden gab, und die nicht veröffentlicht werden sollte. Das war zur Zeit der Königin Victoria durchaus üblich. Seine Notizbücher erzählen eine andere Geschichte, nämlich die eines ehrgeizigen jungen Mannes, der wusste, dass er eine der radikalsten Ideen in der Geistesgeschichte hatte.

2. Darwin bekam diese Idee nicht von den Galapagos- Finken - Gould meint sogar ‚er wusste überhaupt nicht richtig, ob sie Finken waren’. Über die Galapagos- Schildkröten sagt er, dass Darwin ‚diese Geschichte auch übersah und sie später nur rekonstruierte’. Bekam er die Idee durch Beobachtungen bei der Tierzucht? Peter Bowler schreibt aber in Nature (Band 353, 24, Oktober 1991, S.713), dass ‚viele jetzt annehmen, dass Darwins Analogie zwischen künstlicher und natürlicher Selektion ein Ergebnis später Einsicht ist.’ Woher kamen also die Ideen?

Unmittelbar vor seinem berühmten ‚Einfall’ verbrachte Darwin viele Monate mit dem Studium der volkswirtschaftlichen Theorien von Adam Smith. Nach Smiths extremer Auffassung von der freien Marktwirtschaft führt der Kampf der Individuen um persönlichen Profit auf einem freien Markt (zum Beispiel durch Ausschalten leistungsschwacher Teilnehmer) zu einer geordneten, leistungsfähigen Wirtschaft. Obgleich sie nicht gelenkt wird, ist es so, als wäre dort eine ‚unsichtbare leitende Hand.’ Die ‚Vorteile entstehen als zufälliger Nebeneffekt des egoistischen Kampfes.’

Es ist natürlich nicht schwer zu sehen, wo Darwin diese Idee auf die Natur übertrug. Das offensichtliche Design und die offensichtliche Ordnung in der Natur sind ein zufälligerNebeneffekt des egoistischen Kampfes mit dem Ziel, mehr Nachkommen zu hinterlassen.

3. Warum wartete Darwin 20 Jahre, bevor er seine Ideen veröffentlichte? Wenn es nicht wegen seiner Bescheidenheit war (das ist ein anderer Mythos, den Gould zerstörte), dann ist es klar, dass er Angst hatte, etwas zu offenbaren. …

War es sein Glaube an die Evolution? Nein. Evolution war eine durchaus übliche Vorstellung zu Darwins Zeit. Es war wegen der Bombe, von der er wusste, dass sie hinter seiner Theorie lag; gemeint ist der reine, radikale Materialismus.

Er wusste schon als junger Mann, dass er ‚den Schlüssel zu einer der größten Reformideen der Geschichte hatte und er ging systematisch daran, jeden Wissenszweig von Psychologie bis Geschichte neu zu schreiben. Offensichtliches Design ohne Designer zu erklären - das war der Schlüssel zu Darwins Theorie, nicht die Idee von der Evolution als gewöhnliche Abstammung.

4. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Angriff auf das Design eine Menge mit der Reaktion gegen Kapitän Fitzroy auf der Beagle zu tun hatte. Der Kapitän hatte genau entgegengesetzte politische Ansichten wie Darwin. So war Darwin zum Beispiel ein eifriger Gegner der Sklaverei, während Fitzroy glaubte, Sklaverei sei etwas Gutes. Anscheinend hatte sich der gute Kapitän lange und redegewandt über Paleys Argument für Design ereifert, das gebraucht wurde, um viele seiner Ideen zu rechtfertigen. Es gab wohl nichts, was Paleys Argument besser zu Fall hätte bringen können als Darwins überzeugende Idee, dass Design ein zufälliger Nebeneffekt von anderen zufälligen Veränderungen ist.

5. Darwin wusste, dass seine Ansicht von der völligen Planlosigkeit natürlich nicht zielgerichteten Fortschritt einschließen konnte; Evolution mit zielgerichtetem Fortschritt ist die unrealistische Auffassung, die heute von so vielen ihrer Anhänger vertreten wird (besonders von Anhängern der theistischen Evolution). In Wahrheit ist es wohl so, dass er das Wort ‚Evolution’ erst in seinem letzten Buch von 1881 benutzte, als er den inzwischen populären Ausdruck für seine Idee gelten ließ. Die übliche Bedeutung von ‚Evolution’ zu jener Zeit bedeuteteFortschritt. In einem Brief an den Paläontologen Hyatt schrieb Darwin:

,,Ich kann nicht vermeiden zu folgern, dass es eine Tendenz zu zielgerichteter Entwicklung nicht gibt.“

6. Darwins gelegentliche Erwähnung eines ‚Schöpfer’ in früheren Ausgaben vonThe Origin of Spezies scheint eine List gewesen zu sein, um die Auswirkungen seiner materialistischen Theorie zu dämpfen. Ernst Mayrs Buch über Darwin One Long Argument: Charles Darwin and the Genesis of Evolutionary Thought, Harvard, 1991, bestätigt auch, dass Darwins Erwähnung einer Absicht dazu diente, die Leser und seine Frau zu beruhigen. Seine frühen privaten Notizbücher zeigen, dass sein Materialismus gut verankert war. So nannte er sich in einem davon ‚O, du Materialist’ und schrieb: ‚Warum ist die Auffassung, dass das Denken ein Sekret des Gehirns ist, erstaunlicher als die Auffassung, dass die Schwerkraft eine Eigenschaft der Materie ist?’ Er stellte schon ganz deutlich heraus, dass die Idee von einem eigenen Gebiet des Geistigen Unsinn ist, was man auch daraus sehen kann, dass er sich selbst warnte, um seine Überzeugungen nicht zu offenbaren:

‚ ....vermeiden zu sagen, wie weit ich Materialist bin, nur sagen, dass Emotionen, Instinkte, erbliche Begabungen deshalb so sind, weil das Gehirn des Kindes dem der Vorfahren ähnelt.’

Im Jahre 1837, als Darwin erst 28 Jahre alt war, schrieb er in sein privates Notizbuch, auf Platos Ideen eingehend, dass unsere Gedanken der Präexistenz unserer Seele entspringen ‚lies Affen anstelle von Präexistenz.’ Er scheint leidenschaftlich die Ansicht von Alfred Wallace, dass hinter der Evolution zum Menschen ein ‚göttlicher Wille’ stand, bekämpft zu haben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Darwin vollständig darüber im Klaren war, dass seine Idee ein frontaler Angriff gegen die vorherrschende Annahme eines intelligenten Designers der Welt war. Er könnte sie wohl genau für diesen Zweck formuliert haben. Die Annahme von einem Gebiet des Geistigen jenseits der Materie scheint für ihn schon in jungen Jahren ein abwegiges Thema gewesen zu sein. Die erste Idee für seine Theorie von der natürlichen Selektion kam nicht von der Beobachtung der Natur. Seine Aufzeichnungen offenbaren auch manchmal, vielleicht nicht zufällig, eine besondere Antipathie gegenüber dem Gott der Bibel, besonders gegen sein Recht, Ungläubige in der Ewigkeit zu richten.

Darwin wusste, und die weltweit führenden Anhänger seiner Ideen wissen das auch, dass der Glaube an dieses Konzept Materialismus mit Großbuchstaben schreibt. Die Idee, dass es keinen Designer gibt, keinen Zweck, keine leitende Intelligenz, keinen fortschreitenden Plan - das sind keine nachträglichen Überlegungen zu Darwins Evolutionslehre, sondern ihr wahrer Kern. Nimm Darwins ‚Baby’ an, und das ‚Badewasser’ kommt in einem garstigen Gewand daher, wie der drastische Abfall des Glaubens in Kirchen zeigt, die mit der Evolution Kompromisse schließen.

Man kann nur beten, dass diese kirchlich gebundenen Evolutionsanhänger mehr und mehr den giftigen Kern der Frucht sehen, die sie nicht nur selbst schlucken, sondern zu deren Annahme sie auch noch andere ermutigen, und dass viele, die dem Glauben fern stehen, erkennen, dass es in einer evolutionären Welt keinen Plan gibt. Auf jeden Fall kennen wir heute so viele Anhaltspunkte gegen die Evolution. Die wahre Bedeutung des Lebens kann nur durch Jesus gefunden werden, den nichtevolutionären, wundertätigen Schöpfer, dessen ewiges Wort ‚wahr ist, von Anfang an.'

Samstag, 18. Oktober 2008

Die Liebe hört niemals auf















Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen, sie werden aufhören; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden.

Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan.

Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört.

Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;

Die größte aber von diesen ist die Liebe.

(1.Kor. 13,8-13)

(Zur Zeit, als Paulus diese Verse niederschrieb, waren die gebräuchlichen Spiegel aus poliertem Metall, das kein klares Bild reflektieren konnte, sondern nur umrisshaft das wahre Bild erahnen lies)

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Kann?

















"Sprudelt eine Quelle aus derselben Öffnung Süßes und Bitteres hervor?
Kann, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven tragen, oder ein Weinstock Feigen?
So kann auch eine Quelle nicht salziges und süßes Wasser geben."
(Jak. 3,11-12)

Wer kann sagen: Ich habe mein Herz geläutert,
ich bin rein geworden von meiner Sünde?

(Sprüche 20,10)


"Kann etwa ein Mohr seine Haut verwandel, oder ein Leopard seine Flecken?
So wenig könnt auch ihr Gutes tun, die ihr ans Böse gewohnt seid."

(Jeremia 13,23)

"Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe:
Ihr müsst von neuem geboren werden."

(Johannes 3,7)

"Glückselig sind, die da geistlich arm sind,
denn ihrer ist das Himmelreich."

(Matthäus 5,3)

Samstag, 11. Oktober 2008

Wend´um!


















Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig,
aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod.
(Sprüche 14,12)

"Meinst du, daß ich Gefallen habe am Tod des Gottlosen,
spricht Gott, der HERR,
und nicht vielmehr daran,
daß er sich bekehrt von seinen Wegen
und lebt?
(Hesekiel 18,23)

Es sinnen die Übertreter auf gottloses Treiben/
im Grund ihres Herzens.
Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen.
Und doch hat Gott den Weg vor ihnen geebnet,
um ihre Schuld aufzufinden und zu hassen.
(Psalm 36,1-3)

Der HERR ist gut und gerecht;
darum weist er Sündern den Weg.
(Psalm 25,8)

Aber das Haus Israel spricht:
Der Weg des HERRN ist nicht richtig!
Sollten meine Wege nicht richtig sein, Haus Israel?
Sind nicht vielmehr eure Wege unrichtig?
Darum will ich jeden von euch nach seinen Wegen richten,
spricht Gott, der HERR.
Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Übertretungen,
so wird euch die Missetat nicht zum Fall gereichen!
Werft all eure Treulosigkeiten, die ihr verübt habt,
von euch ab und schafft ein neues Herz
und einen neuen Geist!
Denn warum wollt ihr sterben?
Denn ich habe keinen Gefallen am Tod dessen, der sterben muß,
spricht Gott, der HERR.
So kehrt denn um,
und ihr sollt leben.
(Hesekiel 18,30-32)

Wer kann sagen: Ich habe mein Herz geläutert,
ich bin rein geworden von meiner Sünde?

(Sprüche 20,10)

Durch Gnade und Wahrheit wird Schuld gesühnt,
und durch die Furcht des HERRN weicht man vom Bösen.
(Sprüche 16,6)

Gib mir, mein Sohn, dein Herz,
und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen!

(Sprüche 23,26)

"Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen,
den du gehen sollst;
ich will dich mit meinen Augen leiten."
(Psalm 32,8)

Deine Ohren werden hinter dir das Wort hören:
"Dies ist der Weg, den geht."
(Jesaja 30,21)

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."
(Johannes 14,6)

Denn wer mich findet, der findet das Leben.
(Sprüche 8,35)

"Wenn jemand Gottes Willen tun will,
der wird erkennen, ob diese Lehre von Gott ist,
oder ob ich aus mir selbst rede."
(Johannes 7,17)

"Meine Schafe hören meine Stimme,
und ich kenne sie,
und sie folgen mir."
(Johannes 10,27)

"Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig
und beladen seid,
so will ich euch erquicken.
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir,
denn ich bin sanftmütig
und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht."
(Matthäus 11,28-30)