
Oder genauer:
Intelligent Design, oder Un-Intelligent Design, das ist hier die Frage.
Und wie lautet die Antwort?
Untersucht und urteilt selbst. Prüft alles, das Gute behaltet...
Zum Einstieg:
Intelligent Design - Eine Kurzeinführung
Wenn es um die Erforschung der Welt um uns herum geht, muss man folgende Bereiche auseinanderhalten:
- Das, was man auf den Zufall zurückführen kann
- Das, was eine intelligente Ursache hat, und weder mit physikalischen Naturgesetzen noch durch den Zufall erklärbar ist
Die Intelligent-Design-Theorie hat es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, woran man eine intelligente Ursache unzweideutig erkennen kann.
Physikalische Gesetze
Sie erklären Ordnung in der Natur (zum Beispiel die Bewegung von Körpern im Raum). Sie erklären Strukturen, die keinen Informationsgehalt besitzen (zum Beispiel Eiskristalle). Sie erklären chemische Abläufe auf molekularer Ebene.
Zufall
Im Grunde sind es natürlich ebenfalls physikalische Naturgesetze, deren Komplexität oder deren Zusammenspiel jedoch eine Fassbarmachung in Formeln (derzeit) unmöglich macht. Dass Wetter folgt beispielsweise klaren Naturgesetzen - diese sind jedoch so komplex, dass eine Wettervorhersage für das Klima der nächsten 100 Jahre ausgeschlossen ist. In anderen Fällen scheint einfach das Wissen zu fehlen, um aus Naturphänomenen Formeln abzuleiten (denken Sie nur an die Unschärferelation in der Quantenmechanik). Hier bleibt immer das Gefühl, dass der jetzige Kenntnisstand unmöglich der Weisheit letzter Schluss sein kann. Wenn man etwas nicht voraussehen kann (nicht einmal näherungsweise), spricht man vom Zufall.
Intelligenz
Damit erklärt man semantische Information (zum Beispiel ein Buch, ein Computerprogramm, einen Bauplan). Information ist dann semantisch, wenn man zum Verständnis der Bedeutung dieser Information wiederum Intelligenz benötigt (nicht zur Umsetzung: Ein Computer kann ein Programm abarbeiten, aber er kann es nicht verstehen - könnte er es, könnte er sich selbst programmieren, Fehler im Code selbst verbessern und sich mit dem Programmierer über andere Lösungsansätze austauschen. Bei einem Schachspiel kann er das, nur ein Schachspiel enthält ja auch keine semantische Information!).
Was versteht man unter der Intelligent-Design-Theorie?
Es gibt Dinge in der uns umgebenden Welt, die kann man nicht mit physikalischen Gesetzen erklären (also auch nicht mit dem Zufall). Dies liegt daran, dass mit Erhöhung der Komplexität einer Struktur oder einer Funktion die Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung nur mithilfe von Naturgesetzen sinkt, und zwar exponentiell.
Normalerweise hat der Mensch keine Probleme, ein Design auf entweder Naturgesetzte oder Intelligenz oder auf eine Kombination von beidem zurückzuführen. So ist das Aussehen eines Berges physikalisch erklärbar (Wind, Erosion), Mount Rushmore (die vier Präsidentenköpfe) kann man so nicht erklären. Es würde sich auch niemand die Mühe machen, eine Theorie zu entwickeln, die die Entstehung dieses Denkmals auf das Zusammenspiel von Naturgesetzen zurückführt. Dafür besteht keine Notwendigkeit. Jeder ist voll zufrieden mit der Erklärung, dass hier menschliche Bildhauer am Werk waren. Diese Erklärung ist einfach niemandem unangenehm.
Bei der Frage, ob es Intelligenz irgendwo sonst im Weltall gibt, sind viele schon skeptischer. Dennoch bemüht sich das SETI-Projekt, Design-Signale aus dem Weltall aufzuspüren. Man hofft auf eine Signalabfolge, die sich deutlich von Rauschen (Zufallssignale - man beachte die obige Erklärung zum Wort Zufall) oder von periodischen Signalen (wie sie Pulsare aussenden) unterscheidet. Man sucht nach einem Signal, das eine Information enthält - die Information muss dazu keine konkrete Botschaft enthalten, nur die einfache Information, die lautet: Der Absender ist intelligent. Und dazu würde eine Signalabfolge genügen, deren Entstehung nicht durch physikalische Phänomene erklärt werden kann, da die Komplexität der Information diese Möglichkeit ausschließt.
Schließlich bleibt die Frage: Deutet die Komplexität von Lebewesen oder deren Aufbau auf eine intelligente Ursache oder auf physikalische Gesetze hin? Dazu hat die Intelligent-Design-Theorie einige Kriterien entwickelt, die zur Abgrenzung von Design-Signalen hilfreich sind. Eines der wichtigsten und einleuchtendsten Kriterien verbirgt sich hinter den Begriffen Nichtreduzierbare Komplexität, Synorganisation oder Spezifizierte Komplexität.
Diese Begriffe unterscheiden sich in ihrer Definition nur geringfügig und weisen alle im Grund auf das gleiche Problem hin: Besteht eine Struktur (zum Beispiel eine Zelle) aus mehreren Bestandteilen, die alle zum Funktionsablauf unabdingbar sind, so senkt jeder einzelne Bestandteil, auf den man nicht verzichten kann, die Wahrscheinlichkeit der ungelenkten Entstehung.
Ein Beispiel: Damit ein Computer läuft, benötigt er einen Prozessor, Speicher, Controller und eine Platine, die all diese Teile verbindet. Dann benötigt er noch Software und Strom. Wenn Sie versuchen, einen Computer zu betreiben, indem sie einen Bestandteil weglassen, so läuft er nicht. Nun wissen wir, dass ein Computer von intelligenten Leuten geplant, konstruiert und betrieben wird. Und in Wahrheit besteht er aus hunderten von notwendigen Teilen, die ihrerseits aus oftmals millionen anderen Teilen bestehen. Aber ich denke, das Prinzip wurde durch das stark vereinfachte Beispiel bereits klar...
Frieder Meis, 2005. Auszug aus dem Artikel "Einführung zu ID". Weiterlesen auf:
Weitere Informationsquellen von ID-Vertretern:
www.weloennig.de
www.intelligentdesign.de.vu
www.wort-und-wissen.de
Ich habe nur Vertreter des ID angegeben, denn Stellungnahmen in contra Intelligent Design gibt es en masse, sie dominieren die Medien. Siehe Wikipedia für den Einstieg. Hinweis: man vergleiche selbst das Argumentationsniveau der verschiedenen Vertreter...polemisch versus wissenschaftlich...Totschlag-Argumente versus gegenstandsbezogene Analysen...)
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